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Erfahrungsberichte

Lesen ist gut, aber Erleben ist besser… Doch trotzdem fühlt man sich oftmals sicherer, wenn man schon im Vorab viel lesen kann um sich vorzubereiten. Deshalb hier auch ein paar Erfahrungsberichte von Volunteers oder „Ehemaligen“. Es sei darauf hingewiesen, dass die Berichte nicht die Meinung InterActs wiedergeben, sondern individuelle Erfahrungsberichte sind. Viel Spaß beim Lesen!

Unter folgendem Link findet sich der Blog einer Volontärin, die drei Monate lang in einer Schule in Nkawkaw arbeitete: http://niniistcool.blogspot.de/

Sonja arbeitete in einer Grundschule in Nkawkaw. Sie hat uns ihren Reiseblog zur Verfügung gestellt. Ihre Erfahrungen könnte ihr unter folgender Adresse nachlesen: www.sonja-ghana.blogspot.com

Veronika und Franziska arbeiteten für zwei Monate als Physiotherapeuten im St. Josephs Hospital in Koforidua. Ihre Erfahrungen haben Sie in einem Blog niedergeschreiben:http://www.ghana2011.wobistdujetzt.com/

Jana hat in einem Kindergarten in Koforidua gearbeitet. Ihr Blog kann hier abgerufen werden: http://janainghana.wobistdujetzt.com/

Lisa ist nach Ghana geflogen um in einem Waisenhaus in Suhum zu arbeiten. Sie war für fünf Monate dort und hat einen Blog: http://lisa-in-ghana.jimdo.com/ghana/

Anna war als Freiwillige in einem Waisenhaus in Suhum. Ihre Erfahrungen können unter http://www.anjanascholz.wobistdujetzt.com/ gelesen werden.

Isabell hat in einem Waisenhaus in Tamale gearbeitet. Ihr Internettagebuch kann unter folgender Adresse abgerufen werden: http://isinolte.wobistdujetzt.com/

Lara war in Nkwatia und arbeitete dort in einer Schule. Unter folgendem Link schreibt sie einen Blog: http://larainghana.wobistdujetzt.com/

Magdalena war in Tamale und arbeitete dort im Kindergarten des Waisenhauses. Mehr zu lesen gibt's unter: http://leben-in-ghana.over-blog.com/

Elnaz unterrichtete in einer Schule in Jumapo. Sie schrieb einen Blog, der unter folgender Adresse abgerufen werden kann: http://elli-in-ghana.blogspot.com/

Jule war in Koforidua und hat dort in einem Kindergarten ihr Blockpraktikum im Rahmen ihrer Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Sie hat eine eigene Homepage mit Bildern und einem Reiseblog: http://julebuerger.npage.de/

Maria war für acht Monate im Kindergarten eines Waisenhauses in Nkwatia. Ihr Blog kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.mariainghana.blogspot.com/

Irina machte ein Praktikum in der Psychartrie des Holy Family Hospitals in Nkawkaw. Auszüge aus ihrem Praktikumsbreicht sind hier zu lesen:

Das Holy Family Hospital befindet sich in der Stadt Nkawkaw in der Eastern Region, ca. 160 km nordwestlich der ghanaischen Landeshauptstadt Accra. Die Stadt hat ca. 55.000 Einwohner. Die Bevölkerung in diesem Gebiet ist meist arbeitslos und daher relativ arm. Das Holy Family Hospital ist das wichtigste Krankenhaus an der Straße von Kumasi mit einem Einzugsbereich von rund 400 qkm. Es wurde 1949 von den Missionsschwestern „Servants of the Holy Spirit“ gegründet und im Jahr 1965 offiziell zum Missionskrankenhaus bestimmt. Es ist eines von vier Missionskrankenhäusern in der Diözese und untersteht dem Bischof von Koforidua. Das Krankenhaus verfügt über die Stationen Chirurgie, Innere Abteilung, Gynäkologie, Geburtshilfe, Unfallchirurgie und Pädiatrie, eine Unfallaufnahme, zwei Operationssäle, je eine Frauen- , Kinder- und Männerstation und einen großen Bereich für die ambulante Versorgung. Im gesamten Krankenhaus werden jährlich ca. 80.000 Patienten behandelt, davon 11.000 stationär. Dem Bereich der ambulanten Versorgung ist auch die primäre Krankenversorgung zugeordnet, zu welcher auch die psychiatrische Abteilung zählt. In dieser Abteilung habe ich mein Praktikum absolviert. Die psychiatrische Abteilung besteht aus einem Büro- bzw. Behandlungsraum und hat einen festangestellten Mitarbeiter mit der Berufsbezeichnung „Psychiatric Nurse“. Er wird durch rotierende Krankenschwestern in der Ausbildung unterstützt, welche dort jeweils für 30 Tage unterstützend tätig sind. Die Patienten kommen meist freiwillig, in Begleitung von Angehörigen, zum Erstgespräch. Ein kleiner Teil der Patienten wird von der Notaufnahme vermittelt. […] Meine Aufgaben bestanden in der Hospitation im Klinikalltag, der Teilnahme an Hausbesuchen, Gesundheitsvorträgen und Aufklärungsarbeit, der Teilnahme an Besuchen der Spirituellen Camps und der eigenständigen Betreuung von drei Patienten. Die Hospitation im Klinikalltag bestand überwiegend im Führen von Erstgesprächen und Beratungsgesprächen mit Angehörigen zusammen mit meinem Anleiter. Bei den Verlaufsgesprächen konnte ich zusätzlich mich interessierende Fragen stellen und den Patienten einschätzen. Da die weitere Behandlung meistens nur aus der Gabe von Psychopharmaka bestand, habe ich zusammen mit meinem Anleiter nach Alternativen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Patienten, vor allem durch eine Förderung eigener Ressourcen, gesucht. Im Zeitraum des Praktikums kam es zu einer Betreuung von drei Patienten (erkrankt an postnataler Depression, Psychose, akutem Wahn und Halluzinationen) durch die psychiatrische Abteilung, die auf den somatischen Stationen des Krankenhauses lagen. Diese Betreuung wurde zum größten Teil von mir übernommen. Ich habe an der morgendlichen Visite des zuständigen Arztes teilgenommen und mit ihm das weitere Vorgehen besprochen. Aufgrund von Berührungsängsten des Pflegepersonals habe ich bei den Patienten auch pflegerische Tätigkeiten übernommen. Es ging überwiegend um Fragen der adäquaten Versorgung im Kontext des Holy Family Hospitals und eine Beratung bzw. Aufklärung der Angehörigen. Bei Hausbesuchen bestand meine Aufgabe darin, das einleitende Gespräch mit den Patienten und ihren Angehörigen zu führen, um mir ein Bild von ihrem aktuellen Erkrankungsstand und ihrer momentanen Wohn- und Familiensituation machen zu können. Meinen Eindruck habe ich dann mit dem meines Anleiters abgeglichen und zusammen haben wir den aktuellen Zustand, Verbesserungen oder Verschlechterungen eingeschätzt. Für mich waren die Hausbesuche sehr hilfreich, um die familiäre Situation der Patienten kennen zu lernen. Um den Umgang mit psychischen Störungen in der ghanaischen Kultur ansatzweise zu verstehen, war dies sehr wichtig, da sich das dortige familiäre Leben sehr stark vom Familienleben in Deutschland unterscheidet. Die Verantwortung für psychisch erkrankte Menschen liegt in den meisten Fällen, selbst bei Erwachsenen, bei deren Eltern, die eine Art Vormundschaft übernehmen und für die Patienten, abhängig von Erkrankungsgrad, die Entscheidungen treffen. Im Gegensatz zu Deutschland ist kein außerfamiliäres Unterstützungsnetz vorhanden, so dass die Betroffenen auf ihre Familien angewiesen sind. Durch die Wohnsituation wird der Einfluss von chronischen Erkrankungen auf den Alltag der Betroffenen sehr deutlich. Selbst wenn sie in ihren familiären Gebäuden wohne, sind sie von einer großen Isolierung betroffen. Obwohl sie zumeist auf sehr engem Raum zusammen mit ihren Familien leben, sind die Berührungsängste und die Angst vor „Ansteckung“ bei den Familienangehörigen (vor allem denen 2ten oder mehreren Grades) sehr ausgeprägt. […] Die Offenheit meines Anleiters hat mir ein breites Spektrum an Eindrücken und unterschiedlichen Erfahrungen ermöglicht. Diese Erfahrungen waren sehr interessant, zum Teil sehr schockierend und erschreckend, und haben mich emotional sehr berührt. Die Arbeit im Krankenhaus hat mir vor allem den Umgang mit Missständen und die Behandlung mit sehr geringen finanziellen Mitteln verdeutlicht und sehr konkrete Einblicke in die psychiatrische und psychologische Behandlung in Ghana ermöglicht. Die Hausbesuche haben mir Einblicke in die familiären Strukturen und Lebensumstände der Betroffenen verschafft. Hierdurch war es mir möglich, das dortige System der familiären Unterstützung kennen zu lernen, welches ich im Vergleich zu Deutschland überwiegend als einen sehr bereichernden und positiven Faktor erlebt habe.[…] Mit der selbständigen Betreuung von Patienten fühlte ich mich zu Beginn etwas überrumpelt, da ich mir über den Ablauf der Betreuung sehr unsicher war. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich den Anforderungen einer für die Patienten hilfreichen Betreuung und der Verantwortung für diese Patienten gerecht werden kann. Durch diese Betreuung habe ich erfahren, wie hilfreich einfache Gespräche sein können und wie sich ein Vertrauensverhältnis bzw. ein Arbeitsbündnis mit einem Patienten aufbaut. Kulturelle Schwierigkeiten habe ich in Bezug auf die Rolle der Frau gespürt, da es in Ghana für Männer unüblich ist, sich Frauen gegenüber zu öffnen und mit ihnen über ihre Befindlichkeiten und Gefühle zu sprechen. Aber diese Schwierigkeit wurde nach einigen Sitzungen bei beiden männlichen Patienten überwunden.[…] Ich fand es sehr spannend, kulturelle Barrieren zu überwinden, in einem zunächst völlig fremden Arbeitsfeld zu arbeiten und zurecht zu kommen, viel Vertrauen entgegengebracht zu bekommen, obwohl man mich nicht kannte, akzeptiert zu werden, aber auch selbst Dinge zu akzeptieren und zu verstehen, die in Deutschland unmöglich wären. Ich habe festgestellt wie wertvoll Freundlichkeit, Lachen und Gemeinschaft ist. Mein Praktikum in der „Psychiatry Unit“ des Holy Family Hospitals hat mich sehr bereichert.

Marcel warfür drei Monate in Ghana und arbeitete dort in einem Community Center in Adawso. Er hat ein paar seiner Eindrücke hier niedergeschrieben:

„Geh doch nach Afrika!“ schlug meine Schwester vor. Nach fast 12 Jahren in derselben Firma kam ich mir vor wie ein Statist in meinem eigenen Leben. Irgendwann schlich sich einfach die Routine ein. Über Ghana wusste ich nichts, außer dass sie dort gute Fußballspieler haben. So fand ich mich drei Monate und eine Kündigung später am Flughafen Frankfurt wieder und wartete auf den Flieger Richtung Afrika. Um auch ja nichts von der Reise zu vergessen, nahm ich mir ein leeres Buch mit, 150 Seiten Platz würden wohl reichen für die kommenden drei Monate. Im Flieger machte ich gleich Bekanntschaft mit einem sehr netten Ghanaer, der mir während des Fluges schon wertvolle Tipps für mein Leben in Ghana geben konnte. „Mach erst mal ein bisschen langsamer, wenn du da bist….“ und „Watch out for the Koforiduan Flowers.“…. Nachdem die Türen des Flugzeugs geöffnet wurden und mir die tropische Hitze am Flughafen in Accra entgegenschlug, wusste ich bereits: „Das wird die schönste Zeit deines Lebens.“ Ich fühlte mich wie in einem Film. Nach Trinkgeld fragende Polizisten, aufdringliche Taxifahrer, „hilfsbereite“ Kofferträger, die sich auf mich stürzten. Wow. Der ghanaische Feierabendverkehr war der Wahnsinn. Ausnahmezustand auf der Straße. Überall hupende Autos. Taxis. Menschen, die auf der Straße von Wasser über Luftpumpen die verschiedensten Dinge verkaufen zu versuchten. Am nächsten Morgen folgte eine Besichtigung Accras, übrigens die Hauptstadt des Landes. Es war, wie ich es mir vorgestellt hatte: Anders. Einfach anders. Wie die Menschen einen ansahen… Ich wurde mir heute das erste Mal meiner Hautfarbe bewusst. Aus einem Gebäude an der Straße dröhnte laute Musik. „Disco um 10 Uhr morgens?“ scherzte ich. „Äh, das ist eine Kirche, mein Lieber.“ entgegnete mein ghanaischer Begleiter. Die Sonne brannte. Sie brannte. Unglaublich, wie viele Menschen hier unterwegs sind, dachte ich. Menschen, überall. Ich sah an diesem Tag keinen einzigen Weißen. Eine wilde Trotro-Fahrt später (Trotros – kleine Busse) kam ich in Koforidua an, wo mich Richard von der Straße abholte. Ich sollte die nächsten Monate bei seiner Familie leben. Drei Jungs hatten sie. Die Action war vorprogrammiert, wir sollten in der folgenden Zeit eine Menge Spaß haben. Müde fiel ich abends ins Bett. Einschlafen bei +30°C kann man sicherlich lernen. Jetzt, wo ich dies schreibe, wünsche ich mir nichts mehr, als wieder dort in meinem Bettchen zu liegen, während der Deckenventilator rattert und draußen die Hähne ihr Nachtkonzert trällern. Ein kurzes Wort zu meiner Gastfamilie. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Es war „meine“ Familie. Sehr herzliche Menschen. Meinen Freiwilligendienst leistete ich in einem Community Center in Adawso, und half nebenbei immer mal in dem zweiten Center des Projektes in Okorase aus. Nach 12 Jahren im Einzelhandel spielte ich nun mit kleinen afrikanischen Kindern Lego, las ihnen Geschichten vor, lehrte sie Englisch und Computerbedienung und erzählte ihnen von der Welt „da draußen“. Es war faszinierend, mit den Kleinen zu arbeiten. Sie waren Feuer und Flamme für einen Weißen. Überall wurde an mir herumgezupft. Verrückt. Manchmal aber auch echt nicht leicht! Die aufgeweckte „Horde“ im Zaum zu halten, gelang mir nicht auf Anhieb, aber das kam mit der Zeit. Es war…erfüllend? Auch wenn ich keine Erfahrung mit der Arbeit mit Kindern hatte, ich glaube, es funktionierte super. Aber zum Feierabend war ich grundsätzlich tot. Die Hitze macht einen fertig! Und die Kinder auch. Ich lag einige Male vor 20.00 Uhr im Bett. Ein paar Worte zu meinem Projektleiter, Emmanuel aus Koforidua: Diesem Menschen bringe ich allerhöchsten Respekt entgegen. Oft saßen wir zusammen und redeten über Gott und die Welt. Menschen wie ihn kannte ich bis dahin nur aus Büchern. Er gibt alles, um den Kindern dort ein besseres Leben zu ermöglichen. Oft saß ich einfach nur da, und schämte mich. Für vieles, was ich in meinem Leben aus purem Egoismus getan hatte. Für die 25 EUR, die ich in Deutschland zum Abschied für Cocktails ausgegeben habe. Wir waren uns einig, dass wir die Welt nicht retten können. Aber wir konnten mit dem, was wir taten, zumindest den Kindern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und vielleicht auch ihre Zukunft positiv beeinflussen. Ich stellte in den folgenden Monaten fest, wie einfach das ist. In Emmanuel habe ich in meiner Zeit in Ghana einen guten Freund gefunden. Ich verzichte in meinem Bericht, auf Details über das Leben in Ghana einzugehen. Diese werdet ihr bei eurem hoffentlich baldigen Besuch dort selbst erfahren und es wurde ja auch schon hundertmal beschrieben. Ein paar generelle Dinge wollte ich dennoch erwähnen. Die Ghanaer habe ich als sehr gastfreundlich und zuvorkommend erlebt. In meiner Zeit dort faszinierte es mich jeden Tag aufs Neue, wie hilfsbereit und freundlich jeder von Ihnen zu mir war. Ich wurde unzählige Male von mir unbekannten Menschen zum Essen eingeladen. Viele verrückte, viele aufschlussreiche, viele erfüllende Gespräche wurden geführt. Gereist bin ich in den drei Monaten nicht viel, und das war in meinen Augen auch nicht nötig. Einfach dort sein, …nicht als Tourist. Auf verlassenen Hinterhöfen über das Leben philosophieren. Den Kindern am Straßenrand Fotos aus Deutschland zeigen. Den Taxifahrer von gestern Abend auf ein Bier einladen. Mit der Friseurin aus der Stadt in die Kirche gehen. Wassereimer vom Brunnen schleppen, weil die Wasserleitung kaputt ist. Gegen die alten Männer an der Straßenecke beim Damespielen verlieren…. Ende Juni 2011, nach leider nur drei Monaten, war mein letzter Tag in Ghana. Ich saß am Flughafen, hatte einen Kloß im Hals und schrieb die 909. Seite in meinem dritten Tagebuch voll.

Christa hat sich für einen Monat im Community Center in Adawso bei Koforidua eingebracht. Was sie erlebt hat ist hier zu lesen:

Ich habe mich in den Sommerferien 2010 für 4 Wochen im Community Center in Adawso engagiert: Nachdem ich von Alice am Flughafen in Accra gegen 22 Uhr abgeholt wurde, habe ich die erste Nacht in einem recht schönen Hotel verbracht. Der Ausblick am nächsten Morgen aus dem Hotelfenster: Eine Straße mit ziemlich bunt gekleideten Menschen, die alles Mögliche auf dem Kopf transportierten. Das hat mir gefallen, ja, ich war wirklich angekommen. Bei der Stadtführung waren wir u.a. auch auf dem „Makola Markt“ in Accra. Es ist unglaublich dort, so viele Menschen, die die fremdartigsten Sachen verkaufen, man ist wirklich in einer anderen Welt. Doch mir ist auch gleich die Armut ziemlich aufgefallen. Am Abend sind wir weiter nach Koforidua zu meiner Gastfamilie gefahren. Ich war bei einer ziemlich wohlhabenden Familie einquartiert.Man hatte dort auf der Veranda einen tollen Blick auf die Berge. Am nächsten Tag holte mich Richard ab und wir fuhren nach Adawso zum Projekt, das ca 20 min von Koforidua entfernt ist.Adawso ist ein ziemlich kleines Dorf, jedoch an den Markttagen ist hier einiges los. Um Adawso liegen etwa 44 Minidörfer, und alle verkaufen hier ihre Waren. Es waren dort gerade auch Sommerferien. Die ersten Tage dienten wirklich nur zur Orientierung. Ich war verblüfft über die vielen süßen Kinder und wie sehr sie mich willkommen hießen und mir den Start leicht machten. Ich war überrascht über die gute qualitative Arbeit der noch ziemlich jungen und nicht ausgebildeten Lehrer dort. Auch die kleine Bibliothek gefiel mir gut. Da ich selbst nicht viel Erfahrung im Unterrichten von Gruppen hatte, nahm ich mich zuerst der Kleineren an. Sie waren ganz begeistert darüber. Wir lernten und wiederholten das Abc und die Zahlen, etc. Auch freuten sie sich sehr, dass ich Ihnen etwas vorlas. Ich beaufsichtigte und initierte Spiele, wie Puzzlen, Lego, etc. und Malen. Die etwas älteren Kinder konnte ich bei den Computerspielen bzw -arbeiten unterstützen. Beim Sport konnte ich mit den Mädchen einen kleinen Seilspringwettbewerb veranstalten. Was mir aufgefallen ist wie sportlich die meisten waren, es war echt unglaublich. In der letzten Woche wurde ich etwas mutiger und bot eine Englischstunde an, die sehr gut klappte. Ich bemerkte jedoch am Folgetag als ich den Stoff vertiefen wollte und ganz andere Kinder anwesend waren, dass man für die Arbeit doch sehr flexibel sein muss. Jedenfalls verlief die Stunde etwas chaotisch. Was mir aufgefallen ist, dass es doch einige Kinder gab, die von ihren Eltern vernachlässigt wurden. Einige kamen immer mit denselben schmutzigen Kleidern und total verdreckten Fingernägeln an. Auch kamen einige recht arme Kinder, die keine Krankenversicherung hatten und nicht zum Arzt konnten. Es war schön zu sehen wie man für wenig Geld medizinisch viel erreichen konnte. Emmanuel Nkrumah, der im Community Center arbeitet ist sehr engagiert und geht sehr auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Besonders die Gesundheits- und Hygieneerziehung, die er regelmäßig angeboten hat, fand ich wichtig. Man hat dort wirklich alle Freiheit sich einzubringen. E. Nkrumah ist dort in etwa wie ein Sozialarbeter tätig, die Leute kommen wegen alles Möglichen zu ihm. Ich habe mich mit ihm jeden Tag in Koforidua getroffen und wir sind gemeinsam mit dem Trotro (für 60 pesewas= 33 cent) nach Adawso gefahren.Das Trotrofahren ist toll. Er kümmert sich auch um die Leute in den abgelegenen Dörfern. Ich hätte mich da auch anschließen können, aber mir hat die Arbeit in Adawso voll und ganz gereicht. Ich fand es teilweise sehr anstrengend. Am besten hat mir gefallen wie sehr die Kinder mir ihr Herz schenkten, ihre Freude und Musikalität und ich vermisse sie zurück in Deutschland sehr. Falls jemand in nächster Zeit vorhat ins Community Center zu gehen, kann mich gerne über Britta kontaktieren. Es werden dort zur Zeit alle Art von Spielen und Spielsachen, wie Bälle, Autos, Brettspiele,Puppen,Malbücher,Legobauteile, etc. benötigt. Oben seht ihr mein Abschiedsphoto.

Daniel war für einen Monat als Arzt in einem Krankenhaus in Sefwi-Asafo tätig.

Leider war ich nur einen Monat in Ghana, darum konnte ich das Land nicht bereisen. Erlebt habe ich dennoch sehr viel. Ich war in einem Krankenhaus (KH), das sehr ländlich liegt, das St. John of God Hospital, welches von den barmherzigen Brüdern (St. John of God) geführt wird. Das KH hatte ein Out Patient Department (vergleichbar mit einer allgemeinmedizinischen Praxis), in dem Patienten ambulant behandelt wurden oder aber Aufgenommen wurden (insofern auch vergleichbar mit unserer Aufnahme). Dies war von Montag bis Samstag von morgens geöffnet, bis kein Patient mehr da war. (ca. 16 Uhr). Das KH selbst hat eine gynäkologische/Geburtshilfe-Station eine Männer- und Frauenstation, die chirurgisch und internistisch gemischt sind, und eine Kinderstation, die so groß ist, wie die Männer und Frauenstation zusammen. (50 Betten, wenn der Boden mitbelegt ist). Normalerweise arbeiten in dem KH 3 kubanische Ärzte, die von der kubanischen Regierung zum Austausch nach Ghana geschickt werden (Gynäkologie, Chirurgie, Anästhesie), ein ghanaischer Arzt, den ich nicht kennen gelernt hatte, weil der im Urlaub war. Noch eine Ghanaer, Dr. Adams, medizinischer Direktor und Allgemeinmediziner, der Gynäkologie und Chirurgie, wenn Not am Mann ist, das Out Patient Department (OPD) und die Kinderstation macht. Auch arbeiten dort Medical Assistants, die zum Teil auch ärztliche Aufgaben übernehmen. Als ich kam waren auch 3 österreichische Studenten vor Ort, die 2 Wochen blieben und von 2 anderen österreichischen Studenten abgelöst wurden. Ich hatte immer einen bis alle mit mir, was sich als echt hilfreich herausgestellt hatte. Wie vermutet ging mein Arbeitsleben am Montag richtig los. Zuvor habe ich vom Dr. Adams am Samstag nach meiner Ankunft herumgeführt und ich hatte versucht mir alles zu merken und zu lernen. Montag fing der Tag mit der Visite auf der Kinderstation an. Erst hatte Dr. Adams ein Kind visitiert, dann ich usw. Im OPD anschließend war das genauso. Am Dienstag war ich dann wieder zur Visite in der Kinderstation eingetroffen und hatte erwartet, dass ich für irgendwo eingeteilt werde. Nach einer Weile warten kam dann der Anruf von Dr. Adams, dass er krank ist und ich alleine anfangen soll. Na toll, dachte ich mir, denn eigentlich habe ich ja gerade erst mein Studium beendet und bin unerfahren. Zum Glück hatte ich eine Schwester dabei, die übersetzen konnte (Englisch ist Amtssprache, aber gerade auf dem Land spricht nicht jeder Englisch. In Asafo und Umgebung spricht man Sefwi oder Twi) und einen von den Österreichern, der geholfen hatte, wo er konnte. Total geschafft ging ich dann in das OPD, wo ich auch mit Hilfe einer Schwester den Tag überstanden hatte. So sahen die nächsten 2 Wochen aus, denn Dr. Adams war leider so lange krank. Bei kritischen Fällen konnte ich ihn zwar anrufen, hatte ihn aber nicht immer erreichen können. Also musste ich schnell lernen mich auf meinen eigenen Instinkt zu verlassen und vor allem medizinische Entscheidungen selbst zu treffen. Die Kubaner waren bei chirurgischen Geschichten meine Ansprechpartner, aber nicht bei medizinischen, internistischen oder pädiatriespezifischen Problemen. Nach ca. 2 Wochen war der Dr. Adams wieder fit, es kam aber auch ein noch nicht ganz fertiger Arzt und ein Internist aus Kofuridua (wo ein anderes von den St. John of God Brüdern geführtes KH ist) zur Verstärkung. Trotzdem blieb ich für die Kinderstation verantwortlich. Nur in kritischen Fällen wurde sich mit den Anderen zusammengesetzt. Nachdem Dr. Adams aber wieder gesund war, trafen wir uns abends auf Station und ich gab ihm einen Überblick, damit er informiert war und ich das miese Gefühl loswerden konnte, vielleicht doch etwas falsch zu machen. Zu meinem eigenem Erstaunen war er immer einverstanden mit meinen Diagnosen und meiner Therapie, auch als ich mal krank wurde (Montesuma) hatte er nichts an meinen Therapieplänen geändert. Ich dachte bis dahin, er wolle mich nicht beleidigen, aber er war wohl tatsächlich einverstanden. Krankheitstechnisch hatten die Kinder hauptsächlich Malaria, Pneumonien, Durchfälle, Anämien (meist wg. Malaria), Unterernährung, viele Meningitiden. Bei Erwachsenen hatten viele TBC, Syphilis, Pneumonien, erstaunlich viele Gelenkbeschwerden und Herz-Kreislauf-Probleme, man glaubt es kaum, und HIV. Leider wird bei jeden kleinen Schnupfen Malaria, von jedem vermutet. Selbst, wenn alles dagegen spricht ist man gezwungen Malaria zu therapieren, weil sich sonst die Schwestern und die Patienten aufregen, weil sie sich nicht richtig behandelt fühlen, oder sich gegenseitig zoffen. Mit dem Resultat, das die Schwester vom Patienten beschimpft wird, nicht richtig zu übersetzen, die Schwester darauf hin mit einem nichts mehr redet (oder nur das nötigste) und der Patient nie mehr zu einem Schulmediziner geht. So musste ich einem Kind mit einem faulen Zahn neben der Überweisung zum Zahnarzt, einem Schmerzmittel auch ein Malariamedikament aufschreiben, damit alle gut schlafen konnten, denn das Fieber könnte auch Malaria sein. Das gehört zu den großen Unterschieden, die man erst einmal verinnerlichen muss. Verinnerlichen muss man auch, dass alles länger dauert. 9 Uhr heißt 10Uhr! Sofort heißt gleich! Medizinisch bedeutet dass, dass Notfälle, die bei uns in 15 min abgehandelt werden können, 1 Stunde brauchen und länger. Beispiel: Ich wurde auf Station gerufen (ist das OPD zu, kommen Notfälle direkt auf Station), weil ein Junge im Bett von einer giftgrünen Schlange gebissen wurde (Mamba?), Name der Schlange unbekannt, bei der Beschreibung der Schlange wurden alle sehr nervös! Das Antidot musste her, zusätzlich wollte ich eine antiallergische Therapie durchführen und den Kreislauf unterstützen. Bis alle Medikamente da waren, vergingen mehr als 45 Minuten und dem Jungen ging es immer schlechter. Da lernt man Ruhe zu bewahren, ob man will oder nicht, denn wenn man mit dem europäischen (deutschen) zack zack Ton anfängt, werden die Leute nervös und sind überfordert. Dann funktioniert gar nichts mehr, weil alle herumrennen und keiner mehr weiß, was er eigentlich tun soll, oder welcher „Befehl“ wichtiger ist. Das war auch das größte Problem, für das es länger braucht, als einen Monat, um es zu lösen. Das angleichen an die unterschiedliche Mentalitäten und die unterschiedliche Arbeitsweise und Denkweise. Der Ghanaer lebt im Jetzt, der Deutsche lebt in der Zukunft. So ist auch das medizinische Denken bestimmt. Mit der Absicht medizinische mögliche Probleme zu vermeiden, bin ich nicht immer auf Gegenliebe gestoßen. Oft gab es Diskussionen, von einer Person sogar einen Boykott (der Therapieplan wurde einfach umgeschrieben). Ich konnte mich jedoch gut durchsetzen und hatte auch sehr große Unterstützung vom Dr. Adams. Aber viele Gespräche waren auch sehr wichtig für mich selbst, denn die einheimische Situation unterscheidet sich halt oft von der unseren und man lernt auch, dass verschiedene Wege nach Rom führen. Nach 1/1/2 Wochen war ich jedoch ziemlich kaputt und hätte fast das Handtuch geworfen. Wie gesagt zu dem Zeitpunkt war ich alleine (mit Hilfe meiner 3 Studenten und der Schwestern). Es gab zu diesem Zeitpunkt viele kritische Patienten. Eigentlich hatte ich eine halbe Intensivstation am Hals. Blutkulturen waren nicht möglich, Röntgen war nicht immer möglich, das Labor hatte nicht immer funktioniert, Monitoring gibt es nicht, EKG gibt es nicht. Wollte man jemanden Verlegen, kam kein Krankenwagen, sondern die Familie hatte sich in den nächsten Bus gesetzt und ist ca. 3 Stunden in das nächste große KH gefahren. Man konnte kritische Patienten also nicht verlegen (es sei denn ich hätte ein Taxi selbst bezahlt, habe ich auch einmal gemacht, kostete jedoch 80 € und war für mein Budget zu teuer, um das jeden zweiten Tag zu machen. Dafür wurden gleich mehrere kritische Fälle in das Taxi gestopft und das Geld war damit gut angelegt). Schließlich starben 2 und ich hatte mich mies gefühlt. Aber dann kam die Verstärkung und ich war nicht mehr ganz alleine, aber auch zu zweit oder zu dritt konnten viele Krankheiten nicht adäquat behandelt werden, wenn die Ressourcen nicht vorhanden sind. Aber es kamen auch Erfolgserlebnisse. Den Schlangenbissjungen hatten wir Gerettet. Eine Mutter mit Eklampsie wurde vom Dr. Adams per Notsektio gerettet und das ca. 32 Wochen alte Frühgeborene von mir und den gerade neu eingetroffenen Österreichern. (Die haben den Streich nach meiner Abreise gerade noch einmal wiederholt. Ich bin sehr stolz). Viele kritische Kinder wurden von mir so stabilisiert, dass ich sie doch verlegen konnte, oder sie wurden noch bei uns wieder gesund. Im Großen und Ganzen war es eine sehr schöne Zeit. Ich bin an den Herausforderungen gewachsen und habe viele sehr nette und aufgeschlossene Menschen kennen gelernt. Zum Schluss noch ein bisschen was über Ghana. Vom ersten Tag an habe ich nette, immer hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen kennen gelernt. Die Kinder waren oft sehr neugierig auf einen, hatten aber auf Station vor dem weißen Arzt mehr angst, als vor dem Schwarzen. Viele haben davor noch nie einen Weißen gesehen. Wer Geld hat, zeigt das in meinen Augen auch gerne. Arme Menschen gibt es viele und natürlich auch die Probleme, die Armut mit sich bringt. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass das Land ein sehr stabiles Land ist. Die Menschen dort haben viele Möglichkeiten, mehr als ich dachte und sicherlich mehr, als in anderen afrikanischen Ländern. Aber die Menschen dort sehen vieles auch anders, als es Europäer tun. Ein Beispiel habe ich oben gegeben. Das muss man bedenken, wenn man nach Afrika will, um dort zu helfen. Wir können nicht für alles eine Lösung bieten und sollten das auch in meinen Augen nicht tun. Wer aber noch nie in Afrika war, der wird in Ghana bestimmt gut klar kommen. In der Ecke, in der ich war ist fast überall Dschungel, aber nicht mehr der Ursprüngliche, weil viel abgeholzt wurde und noch wird. Ich war in der Regenzeit dort. Das bedeutet, dass es sehr warm ist und eine hohe Luftfeuchtigkeit hat. Häufige und überraschende Schauer sind zu der Zeit an der Tagesordnung. Zum Schluss habe ich nachts allerdings gefroren. Das Essen fand ich nicht so schlecht, bis auf die Zubereitung des Fleisches. Man muss aber aufpassen, der Durchfall kommt bestimmt. InterAct hatte mir bei der Vorbereitung sehr geholfen und auch dabei genau zu diesem Krankenhaus zu gehen, obwohl sie davor noch nicht zusammengearbeitet hatten. Ich bekam alle Fragen und Probleme schnell und unbürokratisch beantwortet oder gelöst. Der Umgangston ist familiär und ich hatte das Gefühl, dass die InterAct-Mitarbeiter sich wirklich um einen sorgen vor und während des Aufenthaltes. Der Abholservice war hervorragend, auch der erste Tag in Accra. Ich bekam die ghanaische Mentalität etwas näher gebracht, mir wurde geholfen alles Wichtige zu besorgen und gezeigt, wie man Trotro und Bus fährt. Ich kam recht entspannt in Sefwi-Asafo an. Die Österreicher dagegen mussten alles selbst herausfinden und waren deutlich kaputter als ich, bei ihrer Anreise. In Sefwi-Asafo wohnt man auf dem Krankenhausgelände und wird von ihnen bewirtet. Das heißt, dass das InterAct-Konzept nicht ganz aufgeht. Ich würde dennoch jedem empfehlen hierhin zu fahren. Junge und erfahrene Ärzte können hier ihre medizinischen Sinne schärfen und müssen sich auf ihre Instinkte und ihren Basics verlassen. Das ist für jeden sicherlich eine tolle und nützliche Erfahrung. Auch Nicht-Ärzte oder Nicht-Mediziner können hier mitarbeiten. Es gibt eine Schule, die von den Brüdern unterstützt wird. Ein Pirmary Healthcare Centre gehört auch zum Krankenhaus, wo unterernährte Kinder aufgepäppelt werden und die Mütter lernen ihre Kinder richtig zu versorgen. Will man mit den Bewohnern in Kontakt treten, braucht man nur in die Bar gehen und lernt sofort Leute kennen. Das ersetzt zwar nicht das Leben in einer Familie, aber man bleibt auch nicht völlig isoliert.

Diana arbeitete in einer Schule und in einem Kindergarten in Koforidua.

Mein Name ist Diana, ich bin 25 Jahre alt und war 6,5 Wochen in Ghana. Am 12.01. ging die Reise los. Ich startete bei -15°C in Deutschland und bin einige Stunden später im 35°C heißen Ghana angekommen. Alice hat mich vom Flughafen abgeholt. Es war so heiß und schwül und es waren so viele Menschen am Flughafen…, da war ich echt froh, dass jemand da war, der mich abholte und zum Hotel brachte. Im Hotel angekommen war ich so müde, dass ich nach einer letzten richtigen Dusche sofort ins Bett bin. Am nächsten Tag machten wir eine geführte Tour durch Accra. Im Hotel hatte ich noch eine weitere Volunteerin kennen gelernt, mit der ich dann im Trotro nach Koforidua fuhr. Dort angekommen wurden wir von unseren jeweiligen Ansprechpartnern abgeholt. Ich kam zu einer Familie nach Koforidua, die ich sehr empfehlen kann. Wir haben uns in der Zeit, in der ich bei ihnen wohnte, sehr angefreundet. Ich arbeitete an der Good Shepherd Anglican School. Zuerst unterrichtete ich 3 Wochen und dann half ich noch 2,5 Wochen im Kindergarten. Die Zeit in der Schule und im Kindergarten war sehr interessant aber auch anstrengend. Die Lehrer waren sehr freundlich und haben mich direkt herzlich aufgenommen. In der Schule war es nicht immer so einfach zu unterrichten, da die Kinder normalerweise geschlagen werden, wenn sie laut oder unaufmerksam sind. Da ich sie nicht geschlagen habe, waren sie natürlich lauter als die anderen Klassen und die Aufmerksamkeit war nicht ganz so groß, da sie lieber spielen wollten. Ich habe dann in den Unterricht immer wieder „Spielzeit“ eingebaut mit Puzzeln, Malen usw., was die Kinder sehr freute. Wir waren zuerst zwei und später drei Volunteere an der Schule. Der tägliche Austausch hat sehr gut getan. Am Wochenende sind wir Volunteere immer gemeinsam gereist. Nach Accra, Kumasi, Volta Region und die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Koforidua. So war es eine schöne abwechslungsreiche Zeit. Wochentags arbeiten und mit anderen Volunteers treffen und am Wochenende reisen. Ich verbrachte aber auch immer wieder Abende und Wochenenden bei der Familie. Nach meiner „Arbeitszeit“ reiste ich noch 1 Woche an die Südküste (Cape Coast, Elmina, Takoradi). Dies war noch mal eine ganz andere Seite von Ghana, die auch sehr schön ist. Die Zeit in Ghana hat mir rückblickend sehr gut gefallen. Am Anfang fiel es mir schwer und alles war so anders und fremd aber man gewöhnt sich daran. Durch das Leben in der Familie habe ich sehr viel von der Kultur der Ghanaer erfahren können. Wenn man sich auf die neue Situation einlässt, sich im Vorfeld über das Land und die Gewohnheiten informiert und die Dinge einfach geschehen lässt, wie sie kommen, dann wird man durch den Aufenthalt in Ghana um eine wertvolle Erfahrung reicher. So kann es sein, dass es nicht immer Strom gibt und ihr kein fließendes Wasser habt. Aber wenn ihr dann wieder zu Hause seid, wisst ihr dies zu schätzen und bemerkt erst mal wie viel Wasser wir doch verschwenden. Auch das Essen war eine ganz neue Erfahrung. Es war total anders aber auch sehr lecker. Sicher fühlen könnt ihr euch in Ghana auch. Ihr werdet zwar oft angesprochen und müsst viele Preise verhandeln aber die Leute dort sind so herzlich und gastfreundlich. Ich bin nachts auch öfters mal alleine heim gelaufen und mir ist nie etwas passiert. Medizinische Vorsorge solltet ihr auf alle Fälle treffen, denn das Essen, Klima usw. kann manchmal für Probleme sorgen aber nichts Schlimmes (Bauchweh, Durchfall). Stoffe gibt es dort wunderschöne und günstige, sodass ihr euch viele Kleidungsstücke nähen lassen könnt und gar nicht so viel Klamotten mitnehmen müsst. Sonnen- und Moskitoschutz braucht man unbedingt. Lasst euch einfach auf das Abenteuer Ghana ein und es wird eine wunderbare Zeit. Zerbrecht euch bei der Vorbereitung nicht den Kopf, in Ghana klappt immer irgendwann alles. Auch eure Eltern brauchen keine Angst um euch zu haben, es ist wirklich sicher und angenehm mit den Leuten dort. Legt euch einen guten und ausführlichen Reiseführer zu, den ihr zur Vorbereitung durch lesen solltet und auch in Ghana noch oft gebrauchen könnt. Denn gerade Karten- oder Touristenmaterial findet ihr selten. Ich kann einen Aufenthalt in Ghana nur empfehlen. Es ist eine ganz andere Erfahrung, die euch niemand mehr nehmen kann. Ich selber werde auch noch einmal hingehen und meine Gastfamilie besuchen.

Janina war für fast fünf Monate in Koforidua und hat dort in einer Behinderteneinrichtung ein Praktikum absolviert.

Mein Praktikum an der „School for the deaf“ begann am 15. September 2008. Zu diesem Zeitpunkt waren die Schulferien in Ghana vorbei und ein neuer Term (das Schuljahr ist in drei Terms eingeteilt) sollte beginnen. Der Mentalität entsprechend dauerte es aber ca. zwei Wochen, bis alle Lehrer und Schüler zur Schule kamen und der Unterricht losging. Diese Zeit konnte ich gut nutzen, um mich in die amerikanische Gebärdensprache einzufinden. Schon am ersten Tag lernte ich einen gehörlosen Lehrer kennen, der mir und noch einer Praktikantin einen Crash-Kurs in die Gebärdensprache gab. Somit trafen wir uns täglich in der Schule und lernten 3-5 Stunden die Grundzüge der Sprache. Außerdem konnten wir mithelfen die Klassen und das Grundstück wieder schultauglich zu machen (säubern, Stühle stellen, etc.). Von den Lehrern wurde ich freundlich aufgenommen. Der Schulleitern hingegen war anfangs noch sehr zurückhaltend und eher skeptisch. Er habe schlechte Erfahrungen mit Praktikanten gehabt. Anfänglich nutzte ich meine Zeit um mich zu orientieren. Ich versuchte mir einen Überblick von den Angeboten und Inhalten der Schule zu verschaffen, mit der Frage, was meine zukünftige Aufgabe sein könnte. Nach einiger Zeit freundete ich mich mit der Lehrerin an, die den Kunstunterricht und das Batikprojekt führte. Ich half ihr bei der Unterrichtsgestaltung und Durchführung. Durch die Kinder wurde meine Gebärdensprache immer besser und schon nach dem ersten Monat waren einfache Konversationen möglich. Es machte mir sehr viel Spaß mit der Lehrerin und den Kindern kreativ zu werden. Ich entschloss mich, in der Klasse zu bleiben. Jeden Tag hatten wir ca. zwei bis drei Klassen, die im Kunstraum ihren Unterricht besuchten. Je nach Altersstufe wurde den Kindern unterschiedliche Tätigkeiten angeboten. Mit einfachen Materialien malten die Kinder Bilder von der Umgebung. Schmetterlinge wurden skizziert, Bananenpalmen abgemalt, usw. Oder die Kinder haben sich auf der Wiese gegenüber gesetzt und sich gegenseitig gemalt. Nach einiger Zeit habe ich meine Ideen mit in den Unterricht einbringen können Sister Agnes, die Lehrerin, brachte mir und einer anderen Praktikantin nach und nach das Batiken bei. Wir lernten die einzelnen Schritte des Verfahrens und halfen, den Batikunterricht vorzubereiten. Im Oktober waren genug Gelder zusammen und somit konnte genug Unterrichtsmaterial eingekauft werden. Wir halfen mit, die einzelnen Materialien für das Batiken auf den Märkten in Koforidua und Accra einzukaufen. Der Batikunterricht fing an. Die Schüler konnten unterschiedliche Motive zum Batiken auswählen. Manche malten typische ghanaische Pflanzen oder Tiere. Zuerst wurde alles auf weißem Papier vorskizziert und anschließend auf weißem Leinenstoff übertragen. Im zweiten Schritt wurden die Bleistiftlinien auf dem Stoff mit heißem Wachs mit Hilfe von spitzen Schwämmen übermalt. Beim Eintauchen der ersten Farbe blieben somit die Stellen auf denen das Wachs klebte weiß und Konturen wurden sichtbar. Nach dem die Batikfarbe getrocknet war, konnte Schritt drei beginnen. Für die zweite Farbe überlegten sich die Schüler, welche Teile ihres Bildes in der ersten Farbe bleiben sollten und diese wurden dann mit heißem Wachs übermalt. Anschließend wurde der Stoff in eine zweiten Farbe getränkt und nur die Stellen mit Wachs blieben in ihrem vorherigen Zustand. Beim Wachsen wurde darauf geachtet, wie alt die Schüler waren. Bei jüngeren Schülern haben wir, bzw. ältere Schüler das Wachsen aus Sicherheitsgründen übernommen. War ein Bild fertig koloriert, wurde der Stoff in kochend heißes Wasser getränkt, damit das Wachs vollständig aus dem Stoff wich. Nach dem Trocknen, Bügeln und Umnähen der Ränder waren die kleinen Kunstwerke fertig. Die Tücher wurden zum größten Teil verkauft und somit konnten neue Materialien angeschafft werden. Dieses Projekt stützt sich auf das Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“. Den Schülern wird die Möglichkeit gegeben, eine traditionelle Technik zu erlernen und sich somit spätere Arbeitmöglichkeiten zu eröffnen. Die Lehrerin erzählte, dass einige ihrer damaligen Schüler sich nun ihr Geld mit dem Verkauf von selbst hergestellten Batikartikeln verdienen. In Ghana sind Batikartikel gerade in touristischen Arealen sehr beliebt. Ich fand dieses Projekt sehr gut und wollte ebenfalls zur Sicherung des Erhalts beitragen. Ich habe auf meiner Auslandshomepage viel Fotos von erstellten Batikbilder und diese zum Verkauf angeboten. Ich empfinde mein Auslandspraktikum als sehr erfolgreich. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten fand ich die Erfahrungen, die ich in Ghana machen konnte, sehr wertvoll. Ich habe in den viereinhalb Monaten das Land und die Kultur kennen lernen dürfen und viele interessanten Menschen getroffen und mich mit ihnen ausgetauscht. Dies hat nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch meinen Horizont erweitert. Für die berufliche Weiterbildung hat mir dieses Praktikum ebenfalls genützt. Das Praktikum mit Kindern mit Behinderung hat mir nochmals gezeigt, dass dies mein zukünftiges Arbeitsfeld werden soll.

Sven war für sieben Monate in Tamale und arbeitete erst in einer Junior Secondary School und dann in einem Kindergarten.

Ghana- ein Land mit vielen Überraschungen, wunderschöner Landschaft und unglaublich fantastischen Menschen Auch heute bin ich noch von vielen Eindrücken beeindruckt und die relaxte und schöne Zeit in Ghana fehlt mir hier jeden Tag aufs Neue: hier ein paar Eindrücke, von denen es nach sieben Monaten natürlich reichlich zu berichten gibt! Es war noch früh am Morgen als mein Kumpel Chris und ich am internationalen Flughafen in Accra ankamen. Es war ein Schock - ein interessanter Schock! Morgens um sechs gefühlte 48 Grad, eine Luftfeuchte, welche uns die Klamotten binnen Sekunden als nasse Säcke vom Körper hingen ließ und natürlich der Gedanke jetzt endlich in Westafrika angekommen zu sein… AKWAABA – Willkommen! Nachdem wir die Kontrollen am Flughafen alle hinter uns gelassen hatten und von einem Beamten, dessen grimmiges Gesicht echt gut zu seiner grünen Uniform gepasst hat, ein Einreisevisum für die nächsten 60 Tage bekamen, befanden wir uns draußen im Empfangsbereich schon mitten drin. Zwei weiße Punkte in mitten einem Meer aus mehr oder weniger schwarzen Taxifahrern und wartenden Menschen aller Art. Eigentlich sollte Alice uns am Flughafen abholen, zum Hotel bringen und den restlichen Tag die Stadt zeigen. Problem war nur, …. da war keine Alice am FlughafenJ. Also standen wir beide da, haben das nervige Gefrage der Taxifahrer über uns ergehen lassen und das erste mal die Erfahrung gemacht, dass Ghanaer, selbst die junge Generation, es überhaupt nicht mögen, wenn in ihrer Nähe geraucht wird. Ein super Start für uns zwei Raucher. Nach ein paar Minuten Verspätung kam dann auch unser Retter und wir fuhren erst einmal ins Hotel um unsere Rucksäcke und den ganzen anderen Krempel zu verstauen. Es war einfach herrlich. Das Taxi, wohl nur halb so groß wie ein Twingo, alles rumpelte und quietschte und die Rucksäcke drohten aus dem halb geöffneten Kofferraum zu fallen. Da war er nun „der Kulturschock“, auf den wir uns zwar versucht hatten einzustellen, der einen aber dennoch so erwischt, dass es kein Entfliehen gibt. Nach dem ersten spannenden Tag in der Hauptstadt und einer Nacht im Hotel, fuhren wir dann am nächsten Morgen nach Tamale in die Nothern Region, wo wir die nächsten sieben Monate leben und arbeiten sollten. Eine Fahrt so unendlich lang, einmal quer durchs ganze Land, aber trotzdem überwältigend und abwechslungsreich. Diese 12 stündige Bus-Tortur ist zwar anstrengend, bietet aber eine hervorragende Möglichkeit einen kleinen und atemberaubenden Eindruck der abwechslungsreichen Gebiete dieses Landes im Vorbeifahren zu bekommen. Es ging durch große und geschäftige Städte, vorbei an schönen und dicht bewachsenen Bergen bis hin zur weiten Steppenlandschaft mit kleinen Dörfern und unzähligen winkenden Kindern am Straßenrand. Als wir irgendwann Nachts in Tamale ankamen, kaum noch sitzen oder stehen konnten und es außerhalb des klimatisiertem Busses wieder so unglaublich warm war, wurden wir auch schon von unseren Ansprechpartnern Majojo und Inusah erwartet und zur Familie gebracht. Unsere wahnsinnig tolle und liebe Gastfamilie! Bei unserer Ankunft saßen ungefähr zwanzig Leute mitten im Innenhof und begrüßten uns herzlich. Und obwohl ich so hundemüde war und anfangs große Mühe hatte das „Ghana-Englisch“ zu verstehen, fühlte ich mich vom ersten Moment an wohl. Alle stellten sich uns vor und nannten ihre Namen wie „Nabila“, „Rafia“, „Sherief“ oder auch „Majida“. Ich glaube man kann sich vorstellen wie schnell man nach so einem Tag, mit den ganzen Eindrücken, überfordert ist. Also hieß es dann nur noch Zimmer beziehen, tot ins Bett fallen und schnell schlafen gehen. Am nächsten Morgen wurden wir dann durch Tamale geführt und konnten einen ersten Eindruck von dem Leben im Norden, gewinnen. Überall geschäftige Menschen, viel Gewusel. Frauen die unendlich viele Sachen auf dem Kopf tragen und dir etwas verkaufen möchten. Alte Männer die im Schatten liegen und einfach nur chillen oder auch kleine Kinder die Trinkwasserpäckchen verkaufen. Sogar verschiedene Tierchen laufen zahlreich und überall durch die GegendJ. Und du als Weißer, dem alle nur „Zeleminga“ nachrufen und keine Möglichkeit ausschlagen dir etwas anzudrehen, dich einfach nur zu berühren oder in ein nettes Gespräch verwickeln. Es ist wirklich ein ganz besonderes Flair. Natürlich war anfangs alles noch unglaublich fremd und ich hatte Schwierigkeiten mich in der Stadt oder auf dem zentralen Markt zurecht zu finden. Aber nach einiger Zeit, ein paar Tipps und Führungen netter Ghanaer oder unserer Familie, war es kein Problem mehr. Auch das Leben in unserer Gastfamilie, es waren alle Muslime, war von vielen und neuen Eindrücken geprägt und wir wurden sehr herzlich und wie eigene Kinder aufgenommen und behandelt. Es war wirklich ein „Zusammenleben“, nicht einfach ein „Besuchen“, mit muslimischen Ghanaern! Auch in der Zugbeli Junior-High-School, in der wir als Lehrer unterrichten sollten, hat man uns sehr herzlich empfangen, ein bisschen eingearbeitet und gesagt wir könnten eigentlich alles unterrichten was wir wollen. Da es aber eine Art Realschule ist und die Struktur der Schule sowas von chaotisch war, wechselten wir nach einiger Zeit in ein anderes Projekt um dort zu arbeiten. Wir fanden einen privaten Kindergarten mit knapp 120 Kindern und vier Lehrern, in dem die Organisation und sonst auch alles um einiges besser lief. Für mich war es ein total schönes Gefühl die Kleinen im Alter zwischen drei und acht Jahren ein bisschen zu unterrichten, spielerisch zu erziehen und mit ihnen einfach nur Spaß zu haben. Für die Kids waren wir das größte und nach anfänglicher Scheu war es toll dort zu arbeiten. Auch wenn es das eine oder andere Mal schwierig war, den Kindern etwas zu erklären, da nicht alle genügend Englisch sprechen oder vielleicht auch einfach keine Lust drauf hatten. Ich wusste es nie genau… Als wir dann noch einen Spendenaufruf in Deutschland starteten und jede Menge Geld zusammen kam, fingen wir an das gesamte Gebäude zu renovieren. Da gab es drei Klassenräume (eigentlich war es nur eine aus Brettern gezimmerte Bude) von denen ein Raum noch einen Sandfußboden hatte, den wir betonierten. Auch jede Menge kaputte Holzbänke und ein rostiges und durchlöchertes Wellblechdach, welches wir erneuerten. Außerdem konnten die Wände einen neuen Anstrich vertragen und es mussten unbedingt ein paar schöne Bilder und Farbe ins Spiel kommen. Es sind ja schließlich noch Kinder. Also trommelten wir auch die anderen deutschen Volunteers von InterAct zusammen, kauften literweise Farbe und fingen an zu streichen. Der größte Erfolg unseres Projektes war ein neu erbautes Klassenzimmer, welches es nun ermöglicht, die vielen Kinder besser aufzuteilen und dadurch auch besseren Unterricht zu machen. Alles im Allen ein riesen Erfolg, der mir persönlich auch gezeigt hat, dass man mit kleinen eigenen Mitteln und Aufwendungen dort schon sehr viel erreichen kann. J Und es hat wirklich riesigen Spaß gemacht! Genau wie das Leben bei den Menschen in Tamale und in unserer Gastfamilie, ist auch das Reisen eine enorm spannende und amüsante Angelegenheit. Ghana hat Zeit und ist wunderbar unkompliziert! Und das merkt man nicht nur im täglichen Leben, sondern auch beim Warten auf den Bus, dem Befördern von Unmengen Gepäck in viel zu kleinen Autos, im Immigration Office bei der Visa-Verlängerung oder in vielen anderen Situationen. Insgesamt waren wir 3mal auf großer Reise und jeweils ca. 4 Wochen unterwegs. Es ist wirklich die beste Gelegenheit das Land mit seinen verschiedenen Bräuchen, Menschen und teils auch unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen. Man steht am Straßenrand und wartet auf eines der TroTro´s (Kleinbusse), welche teils doch sehr ramponiert und bis oben hin vollgestopft sind. Sie schaffen es aber immer wieder, einen von A nach B zu bringen. Wobei B auch schon mal ganz schön weit weg sein kann. Man schläft in kleinen gemütlichen oder heruntergekommenen Hotelzimmern. Isst das je nach Region auch wechselnde Essen, welches an kleinen Ständen überall auf der Straße, oder auch direkt von den Köpfen der vorbei laufenden Frauen, verkauft wird. Es ist halt vieles ganz anders als man es kennt, aber ich fand es sehr beeindruckend, die unterschiedlichen Regionen mit allen Eigenheiten zu entdecken. Eine 3 tägige Schiffsüberquerung des Volta-Stausees, dass Umherstreifen in den eher trockenen und heißen Gebieten im Norden, die wunderschönen Sandstrände ganz im Süden, oder auch die tropische Volta-Region mit vielen Wäldern und Bergen. Es ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Das allergrößte in Ghana sind aber immer noch seine Einwohner. Ich habe noch niemals so viele nette, aufrichtige und herzensgute Menschen getroffen. Egal wo wir grade waren, was wir gemacht haben oder worum es ging. Die Menschen sind hilfsbereit, haben alles mit uns geteilt und Strahlen dabei von einem Ohr zum Anderen. Schön wenn es auch in der Heimat ein bisschen so wäre… Dennoch kann es auch passieren, dass man sich fürchterlich über den Einen oder Anderen ärgert, da sie wohl doch ein ganz anderes Verständnis von Zuverlässigkeit oder auch Pünktlichkeit haben. Die „african time ist allgegenwärtig …“ Wenn man sich allerdings ein bisschen darauf einlässt und es mit manchen Dingen nicht zu genau nimmt, ist es kein Problem. Ich persönlich bin dankbar auch diese Seite mal kenngelernt zu haben und versuche auch heute noch absichtlich 2 Gänge zurück zuschalten. Wer mag schon Hektik und Stress?! Und eine kleine Veränderung der Denk- und Lebensweise nimmt wohl jeder aus einem solchen Land mit nach Hause. Man darf dort nicht erwarten, dass alles so geregelt und straight (oder auch organisiert) abläuft, wie man es aus der Heimat kennt. Es gab auch Momente wo ich, als „gewissenhafter“ Deutscher, nur mit dem Kopf schütteln konnte. Aber im Endeffekt ist es so vollkommen in Ordnung, da man sich schließlich in einem fernen Land, mit anderen Kulturen und Gebräuchen, sowie auch unterschiedlichen Menschen befindet. Meiner Meinung nach, ist es lediglich wichtig vollkommen ohne Erwartungen nach Ghana zu reisen und vor allem offen für alles zu sein. Wenn der anfängliche Kulturschock erst einmal verarbeitet ist, beginnt eine absolut geniale Zeit. Nicht zuletzt auch durch InterAct und natürlich der Menschen vor Ort, hat man alle Freiheiten sich den Aufenthalt oder das Projekt so zu gestalten und sich selbst zu verwirklichen, wie man es sich vorstellt! Abschließend kann ich nur sagen, dass es einfach eine super Zeit war und ich auf keinen Fall das letzte Mal in Ghana gewesen bin. Mir fehlt die Ruhe, die Einfachheit, das Relaxte und vor allem… die Menschen mit ihrer ganz speziellen Art. Aber fliegt am besten einfach selber hin, sammelt die Erfahrung und genießt die Zeit dort unten. InterAct hat es geschafft, sich so zu organisieren, dass es vor allem jungen Menschen leicht gemacht wird, sich solch eine Erfahrung zu verwirklichen und was noch viel toller ist - zu finanzieren! Danke an alle die uns geholfen und betreut haben und vor allem ein riesen DANKE an Britta und Ken. Macht weiter so!!! Das war nun ein klitzekleines bisschen über meine Zeit in Ghana. Ich wünsche Euch allen, die mit dem Gedanken spielen dort hinzureisen, eine tolle Vorbereitung, eine noch viel bessere Zeit bis zum Abflug und einen genauso unvergesslichen Trip nach Westafrika wie ich ihn hatte. Viel Spaß Sven (auch ich beneide Euch)

Christine arbeitete im Rahmen eines Sabbatjahres fünf Monate lang als Krankenschwester in zwei Krankenhäusern in Ghana.

Eigentlich hatte ich zuerst geplant an einem humanitären Einsatz einer Nothilfeorganisation teilzunehmen, aus terminlichen Gründen zerschlug sich dies aber. So suchte ich kurzfristig nach einer Alternative. Im Internet wurde ich dann fündig. Im Gegensatz zu anderen Vermittlungsorganisationen ist InterAct preisgünstig, flexibel und schnell. So konnte ich schon einen Monat nach dem Erstkontakt ausfliegen und landete am 7.9.2007 in Accra. Am Flughafen warteten schon Alice und Richard auf mich um mich in mein Hotel zu bringen. Am nächsten Tag fuhr ich mit Richard nach Koforidua zu meiner Gastfamilie, bei der schon eine andere Voluntärin wohnte, die als MTA im St. Joseph´s Hospital arbeitete, in dem auch ich arbeiten würde. Der Empfang in der Familie war sehr herzlich, das Zimmer geräumig, die hygienischen Bedingungen sehr gut und das beste: es gab eine überdachte Veranda, so dass man bei jedem Wetter draussen sein konnte. Dank der Freundlichkeit der Familie und der Hilfe von Anna fiel mir das Eingewöhnen sehr leicht und auch der erste Arbeitstag im Krankenhaus war mit ihrer Hilfe nicht gar zu befremdend. Ich arbeitete in den ersten drei Monaten auf der Kinderstation und der angegliederten Privatstation dieses orthopädischen Krankenhauses. Im Unterschied zu deutschen Häusern übernehmen in Afrika die Angehörigen die Versorgung ihrer kranken Familienmitglieder, so dass das Pflegepersonal nur für die medizinische Behandlungspflege zuständig ist und ggf. die Angehörigen bei der Lagerung und Mobilisierung der Patienten berät. Zuerst fiel es mir schwer, ein Arbeitsfeld zu finden, da auf der Station genügend Personal vorhanden war und ich auch nicht wirklich gut eingearbeitet wurde. Ich lernte durch mitgehen, fragen, zuschauen. Später, als ich die Abläufe schon recht gut kannte, war ich in der Lage so ziemlich alle anfallenden Tätigkeiten durchzuführen, als Schwerpunkt kümmerte ich mich um die Stationshygiene, da diese recht vernachlässigt war. Häufig spielte ich mit den Kindern, deren Alltag ja doch sehr langweilig sein konnte, da sie nach ihren verschiedenen Operationen z. T. einen recht langen Krankenhausaufenthalt hatten, ansonsten aber fit und gesund waren. So bekam ich zu ihnen und ihren Angehörigen einen sehr guten Kontakt. Insgesamt fühlte ich mich aber unterfordert und nahm sehr dankbar die Möglichkeit an, in einem anderen Krankenhaus des Trägerordens zu arbeiten , das ich schon im September kurz kennen lernen konnte. Dieses Krankenhaus liegt abgelegen in einem Dorf der Western Region ca. 100 km entfernt von der Elfenbeinküste. Es besitzt eine Ambulanz, chirurgische und innere Abteilungen für Männer, Frauen und Kinder, zusätzlich eine geburtshilfliche Station, ein Ernährungszentrum für unterernährte Kinder und eine Vorsorgeeinrichtung. Arbeit und Lebenssituation waren dort sehr verschieden zu denen in Koforidua. Ich wohnte nicht bei einer Familie, sondern im Krankenhausgelände in einem Zimmer mit Dusche und Toilette, das zu einem Wohnhaus für Krankenhausangestellte gehört. Da ich der z.Zt. einzige westl. Volunteer war, außer Ghanaern arbeiteten noch vier kubanische Ärzte dort, konnte ich schnell Kontakt zu den einheimischen Mitbewohnern finden, eine sehr gute Erfahrung, die zu noch bestehenden Freundschaften führte und mir eine landeskundige Reisegefährtin für meine Reise in Ghanas Norden bescherte. Ich arbeitete auf der geburtshilflichen Station,. Die hatte ich ausgesucht, da mich das am meisten interessierte obwohl ich keine Erfahrungen in der Geburtshilfe habe. Die Mitarbeiterinnen und auch der leitende Arzt dort sind sehr gut ausgebildet und kompetent und halfen mir sehr dabei, mich in die Arbeit einzuleben und gaben mir viele Hintergrundinformationen über die sozialen Bedingungen von Patientinnen. Es gab wirklich reichlich zu tun und ich wurde schnell als vollwertige Mitarbeiterin eingesetzt. Es gab manche belastende Situationen, dadurch bedingt, dass es an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ( nicht Fähigkeiten) mangelt, häufig eine frage finanzieller Ressourcen, und daran, dass Patientinnen zu spät ins Krankenhaus kommen- auch wieder aus den unterschiedlichsten gründen. Insgesamt war es aber eine sehr befriedigende Zeit. Während meiner verschiedenen Reisen lernte ich ein deutsches Arztehepaar kennen und konnte so ein weiteres Krankenhaus kennen lernen, in dem verschiedene Forschungsprojekte mit deutscher Finanzierungshilfe durchgeführt wurden. Ich lernte viele Aspekte des ghanaischen Gesundheitswesens kennen, Arten der Finanzierung, mögliche Leistungen, Ausbildungen, Arbeitsbedingungen, Unterstützung durch int. Organisationen u.a.m. Neben der Arbeit gab es bei einem so langen Aufenthalt, wie ich ihn hatte, auch die sehr erfüllende Zeit des Reisens, der Erkundung des Landes, das Erleben von Natur und Kultur, des Alltags, der Küche, das ganze Kaleidoskop des Lebens. Das Reisen in Ghana ist eine ganz spannende Angelegenheit. Das Land ist vielgestaltig. Neben den Küstenregionen mit wunderschönen Stränden, gibt es fruchtbare, tropische, landschaftlich reizvolle Gegenden und nicht zuletzt den Norden mit seinen Savannen. Mit den landesüblichen Verkehrsmitteln gelangt man durchaus kostengünstig, aber zeitaufwändig (der Weg ist das Ziel) in jede noch so abgelegene Region. Reiseluxus darf man nicht erwarten, dafür aber viele neue Begegnungen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist enorm. Auch als alleinreisende Frau kann man sich sicher und frei bewegen. Allein oder zusammen mit Freunden lernte ich so Land und Leute kennen. Die vielen Erlebnisse und Anekdoten würden ein ganzen Buch füllen und so kann ich nur jeden ermutigen, sich selbst in Bewegung zu setzen und sein eigenes Buch zu schreiben. Jedenfalls ist Ghana eine perfekte Einstiegsdroge für Afrika. Für weitere Informationen und Nachfragen bin ich unter folgender e-mail- Adresse zu erreichen: me-schug@gmx.de

Christiane engagierte sich in einem Kindergarten in Koforidua:

Einen Bericht über mein Ghana – Abenteuer zu schreiben ist wirklich gar nicht so einfach. Ein Buch wäre vielleicht angebrachter… ich werde drüber nachdenken. Bis ich einen passenden Verlag gefunden habe, müsst ihr aber vorerst mit einer groben Zusammenfassung auskommen. Das erste Problem ist schon mal, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn anfangen soll. Wenn ich an meine 4 Monate in Ghana zurückdenke, tobt ein Sturm in meinem Kopf. Millionen Sachen fallen mir ein, die ich am liebsten alle auf einmal aufschreiben möchte. Vielleicht gehe ich einfach mal chronologisch vor: Irgendwann hatte ich mich also entschlossen: Ja, es sollte Afrika sein. Afrika ist aber groß und die Angebote der großen Organisationen noch viel zahlreicher. Dafür der Stand auf meinem Konto eher niedrig, sodass ich also nach einer Alternative suchen musste. Zu schade aber auch, dass ich mir die Hotelresidenz während meines Aufenthaltes in einem Dritte – Welt- Land aus dem Kopf schlagen musste… Der Zufall wollte es so, dass ich also auf die Seite von InterAct stieß und mir war irgendwie sofort klar: Das ist genau das, was ich suche. Das Zusammenleben mit den Afrikanern und dadurch das echte Kennenlernen der Kultur und der Sitten, keine großen Kosten für unübersichtliche „Organisationsausgaben“ und vor allem ein einfaches und unkompliziertes Anmelden mit viel Eigenverantwortung und Freiheiten. Klar, zunächst waren meine Eltern etwas skeptisch. Ist die Organisation seriös? Wieso gibt es noch keine Referenzen? Wieso sollte wer so was für so wenig Geld machen? Und überhaupt, wir wollen mehr Sicherheit. Also statteten meine Mutter und ich Familie Kwakye einen Besuch ab, bei dem uns alle Fragen zur vollsten Zufriedenheit beantwortet wurden und der meine Mutter endgültig überzeugte. Jetzt hieß es also Visum beantragen, Impfungen ertragen, Bücher lesen und Koffer packen. Mein Abenteuer konnte endlich losgehen… Als ich aus dem Flugzeug in Accra ausstieg war mir erst mal nur warm! Sobald ich in den Empfangsbereich kam, war ich innerhalb von wenigen Sekunden von Afrikanern umgeben, die mir ihr Taxi, ihr Handy oder sonst was anboten. Zum Glück war ich darauf vorbereitet und konnte mich irgendwie zu einer freien Stelle durchschlagen. Wenige Minuten später stand auch schon Alice mit einem Pappschild mit meinem Namen vor mir und ich war erst mal erleichtert. Wir hielten ein Taxi an, welches uns zu der Lodge brachte, wo ich die erste Nacht verbringen sollte. Hier konnte ich mich erst mal ausruhen, und das hatte ich auch dringend nötig. Ich kann euch sagen; trotz guter Vorbereitung hatte ich einen gehörigen Kulturschock!!! Am nächsten Morgen wurde ich dann von Richard, Alice’ Bruder abgeholt, der mit mir eine Stadtführung durch Accra machte, mich mit einer Chipkarte fürs Handy versorgte und mich dann anschließend nach Koforidua brachte, wo ich die nächsten 4 Monate also leben sollte. „Wer einmal in Koforidua war, will nie wieder nach Accra zurück“ meinte Richard und da kann ich ihm wirklich nur zustimmen. Angekommen lernte ich dann auch sofort meine tolle Gastfamilie kennen. Mein dreijähriger Gastbruder war so aufgedreht, dass er auf mir herumtobte, und erst mal checken musste, wie weit er denn bei der Weißen gehen kann. Apropro weiß: Wir „Obrunis“ sind trotz wachsendem Tourismus immer eine Attraktion. Ihr werdet euch daran gewöhnen müssen, dass euch, sobald ihr auf die Straße tretet, „Obruni, Obruni“ nachgerufen wird und euch auch eine besondere Behandlung zuteil wird. Ihr bekommt das beste Stück vom Fisch (was hier nicht den eigentlichen Fischkörper sondern den Kopf bedeutet) und bekommt auch immer die besten Plätze im Trotro;) Wieder zurück zu meinem Alltag. Den nächsten Morgen besuchte ich also zum ersten mal den King of Glory Kindergarten wo ich von allen Mitarbeitern herzlichst begrüßt wurde und wo die Kinder gar nicht mehr von mir ablassen wollten. Hat die sich Farbe auf die Haut gemacht und geht die wirklich nicht ab? Ich durfte mir eine Klasse aussuchen wo ich also von nun an unterrichten, füttern und anziehen konnte. Das Unterrichten stellte sich allerdings als eher schwierig heraus, weil die Kleinen ziemlich schnell gecheckt hatten, dass die Neue nicht schlägt (was die anderen Kindergärtnerinnen leider tun) und somit hatten sie dann auch keinen Respekt mehr vor mir, sodass ich eher die wurde, mit der man schön spielen konnte. Leider wird im Kindergarten, trotz genügend Spielmaterials, fast gar nicht gespielt, was ich auch immer sehr schade fand. Nachdem ich dies der Schulleiterin auch gesagt hatte, durfte ich also jeden Tag mit 5 der Kleinen Obibinis (Schwarzen) spielen. Denn auch beim Spielen kann man sehr viel lernen und die Kids hatten Spaß dabei. Leider viel zu spät bin ich gegen Ende meiner Zeit in die „Nursery“ gegangen, wo die ganz kleinen Babies untergebracht waren. Hier waren meine Aufgaben hauptsächlich das Füttern, Spielen, Anziehen und Wickeln. Zwischendurch habe ich Gifty, der „Lehrerin der Babies“ noch deutsch beigebracht, denn sie ist sich sicher; irgendwann kommt sie nach Deutschland. Über die Kindergartenzeit zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat mit den Kids zu spielen, sie zu füttern und sie zu knuddeln. Ich hätte alle von ihnen mitnehmen können, wobei mir einige natürlich besonders ans Herz gewachsen sind, die ich auch hier sehr vermisse. Die Lehrerinnen waren alle sehr freundlich und Misses Obeng, die Schulleiterin war für Anregungen wirklich sehr offen, sodass sie wirklich einiges änderte, nachdem ich meinen Suggestionbogen abgegeben hatte. (z.B. etwas längere Zeiten zwischen Frühstück und Mittagessen, vorher etwa 1 ½ Std., jetzt 2 ½ Std. oder mehr Spielen). Zum Abschluss bekam ich ein wirklich tolles Certificate und ein tolles traditionelles Dress. Die ersten Tage war Koforidua für mich noch sehr unübersichtlich, ich konnte mich überall verlaufen, wobei ich vielleicht erwähnen sollte, dass ich mich auch in einem 150 Seelen Dorf schon verlaufen habe. Nach einiger Zeit kannte ich mich aber in der Hauptstadt der Eastern Region aus wie in meiner Westentasche. Einfacher machen das mit Sicherheit auch die anderen Volunteers, die ihr mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit kennen lernen werdet. Es ist unglaublich, wie schnell man die Weißen in einer Menschenmenge raussieht. Und zu fast 100 % haben diese Leute einen ähnlichen Grund wie ihr. Also, keine Scheu, einfach Hallo sagen. Ein besonders guter Treffpunkt um andere Volunteers kennen zu lernen ist auch der Beadmarket, der jeden Donnerstag morgen auf dem großen Marktplatz in Koforidua stattfindet. Hier kommen nämlich Leute von allen Ecken Ghanas um sich Schmuck für wenig Geld zu kaufen. Allerdings will ich euch hier gar nicht dazu verleiten, auch nur mit anderen Europäern zusammenzuschließen. Um die Kultur und das Leben der Afrikaner wirklich kennen zu lernen, stehen natürlich auch diese an erster Stelle. Die Afrikaner sind offene, gesellige und lebensfrohe Typen, mit denen ihr ganz sicher sehr gut auskommen werdet. Ihr werdet auch gar keine andere Chance haben, denn wie schon erwähnt, ihr seid keine Minute alleine, sofort werdet ihr überall angesprochen. Auch wenn es manchmal etwas nervig sein kann, ich kann euch sagen, wieder zurück in Deutschland werdet ihr die Aufmerksamkeit dann irgendwie doch vermissen;) Kommen wir zu Ghana als Land. Ich kann nämlich echt behaupten, dass Ghana eines der schönsten Länder dieser Erde ist! Glaubt mir, ich habe schon viel gesehen und meine auch eine gewissen Geschmackssicherheit zu besitzen um darüber urteilen zu können. Wunderschöne Landschaften, tolle Natursensationen, wie die Wasserfälle, den Regenwald oder den schönen Strand, wenn er nicht gerade als Toilette benutzt wird;) Über diverse Wochenendreisen könnte ich jetzt wieder Büüücher schreiben, also halte ich mich sehr grob: Es gibt unglaublich viel zu entdecken in diesem Land. Ich gebe mal nur Stichworte: nahe liegt natürlich das Kakaoinstitut sowie die Wasserfälle, dann solltet ihr euch Aburi mit Touristenholzmarkt und botanischem Garten, die Strände von Accra, eine Fahrt auf der Dodi Princess sowie den Staudamm in Akosombo, den Nationalpark bei Cape Coast, die Sklavenburgen in Cape Coast und Elmina und und und nicht entgehen lassen. Dies war erst der Anfang und das auch nur vom Süden (weil ich dort wohnte). Der Norden bietet noch einen wohl supertollen Nationalpark (Mole, den ich mit Sicherheit auch noch irgendwann besuchen werde), andere schöne Naturreservate und viiieeeles mehr. Jeder meiner Ausflüge war ein tolles Erlebnis für sich und jeden Tag gab es Neues zu entdecken und über the „Ghanaian Way of Live“ zu staunen. Auch über die Ghanaer als Menschen muss ich unbedingt noch etwas loswerden: was mir nämlich sofort aufgefallen ist, als ich wieder in Deutschland war, ist die Freundlichkeit der Ghanaer im Vergleich zu unseren Landsleuten!!!, die Offenheit mit der sie einem begegnen und die Zufriedenheit und Sorglosigkeit mit der die Afrikaner jeden Tag starten. Eine Kleinigkeit noch, auf die ihr euch auch einstellen solltet, womit ich nämlich manchmal ein paar Schwierigkeiten hatte: Die Ghanaer haben es nicht so ganz mit der Planung und auch nicht mit der Zuverlässigkeit. Es ist an der Tagesordnung, dass die Leute 2 Std zu spät kommen oder auch einfach gar nicht erscheinen. „There’s no hurry in life“ beschreibt das Lebensgefühl der Obibinis wirklich zu gut. Ich kann euch jetzt nur noch alles Gute für euer eigenes Ghana - Abenteuer wünschen, lasst euch auf alles ein, seid offen für alles und wie euer Aufenthalt wird, liegt in euren eigenen Händen. Noch ein kleiner Hinweis: Ihr solltet euch nicht zu große Hoffnungen machen, dass ihr durch euer Engagement viel verändern könnt. Sicherlich fahren einige mit der Motivation nach Afrika, „die Not und das Elend zu mildern“. Ihr werdet sehen, dass es ganz anders ist und auch erkennen müssen, dass sich vieles nicht so einfach ändern lässt und es auch gar nicht muss. Sicherlich freuen sich die Leute über eure Hilfe und ihr werdet mit einem guten Gefühl wieder nach Hause kommen, aber erwartet nicht, die großen Helfer in der vermeintlichen Not zu werden. Meiner Meinung nach ist InterAct eine perfekte Organisation, die genau das anbietet, was ich gesucht hatte und soviel Freiheit lässt, dass der „stay abroad“ so wird, wie man ihn sich selbst macht. Mein riesiger Dank gilt Britta und Ken, sowie Alice, Richard und Mary die mir diesen Aufenthalt so möglich gemacht haben. So, das war ungefähr ein 1000stel von dem, was ich über meine Zeit in Ghana erzählen könnte. Natürlich habe ich noch hunderte von Tipps für alle Zukünftigen und stehe auch für Fragen immer zur Verfügung. Viel Spaß da unten, ich beneide euch!!! Christiane

Astrid hat sich zwei Monate lang als Ergotherapeutin in das St. Joseph's Hospital in Koforidua eingebracht:

Ein Blick ins Internet und alles ist greifbar nahe und möglich. So ging es mir auch vor einem Jahr als ich eine sinnvolle Beschäftigung für meine neun Wochen Sommerferien suchte. Mit etwas Glück stieß ich auf die Homepage von Interact. Ghana klingt interessant, dachte ich. In Afrika war ich noch nie gewesen – also eine neue Herausforderung. Nach einigen Wochen hielt ich das Starterpaket von Interact mit der Beschreibung meines zukünftigen Einsatzortes in Händen. Ich musste mich erst orientieren. Mit Hilfe eines Atlas und des Internet fand ich Genaueres heraus. Ich sollte in Koforidua, ca. 70 km nördlich von Accra in einem orthopädischen Spital in der Physiotherapieabteilung arbeiten. Dann ging alles sehr schnell Buchung des Flugs, Visum beantragen, Reisevorbereitung und der Tag des Abflugs war da. Mit Emirate Airlines gelangte ich über den Umweg nach Dubai nach Accra. Der Kulturschock war vorprogrammiert. Die Ankunft war heiß und verwirrend. Aber alles funktionierte. Zwar langsamer als geplant aber ich kam am rechten Ort an. Diese Erfahrung begleitete mich während des ganzen Sommers. Man weiß zwar nie wie es funktioniert, aber es klappt. Jeder ist hilfsbereit und so bleibt man immer am rechten Weg und kommt ans Ziel, Umwege mit einkalkuliert. An meinem ersten Arbeitstag im orthopädischen Spital in Koforidua war außer einer Hilfskraft und dem jüngsten Mitarbeiter niemand da. Er hatte zwar keine Ahnung dass ich kommen würde und wusste auch nicht was ich tun sollte. Aber es gab genug Patienten und ich kramte in meiner Erfahrungskiste und suchte nach neurologischen Patienten da ich mit diesen mehr Erfahrung hatte als mit orthopädischen Unfallpatienten. Innerhalb der ersten Tage hatte sich alles eingespielt. Ich hatte einen treuen Kundenstock vor allem mit neurologischen Patienten und Kindern. Außerdem machte ich die Runden in den Krankensälen und mobilisierte die bettlägrigen Patienten, die noch nicht aufstehen konnten. Die Erfahrungen waren höchst interessant. Da es das beste orthopädische Spital von Ghana ist kamen Patienten aus dem ganzen Land oft auch zur Sekundärversorgung. Gleichzeitig waren im Sommer Ärzteteams aus Holland, sodass der Operationsaal nie leer stand. Arbeit gab es also genug und ich lernte eine Menge. Meine Kollegen, die Physiotherapeuten waren unterschiedlich gut ausgebildet und arbeiteten sehr effizient, da die Patienten möglichst schnell wieder rehabilitiert nach Hause entlassen werden sollten. Die Patienten musste dabei viel selbständig trainieren. Auch die Hilfsmittelversorgung klappte gut, da es eine eigene Werkstätte im Haus gab. Untergebracht war ich nicht wie sonst üblich in einer in Familie, sondern in einem Bungalow am Krankenhausgelände gemeinsam mit den anderen Ärzten. Die Unterkunft war zweckmäßig und bequem, sogar mit Terrasse und einem Mangobaum im Garten. Das Krankenhaus ist an ein Kloster angeschlossen. Die Mahlzeiten konnte ich gemeinsam mit den Klosterbrüdern und den anderen Volontären einnehmen. Anfangs musste ich mich erst an die afrikanische Aussprache des Englischen gewöhnen, aber nach einiger Zeit funktionierte es gut. Meine europäischen Kolleginnen und ich hatten das Glück in den Genuss eines Sprachunterrichts in der einheimischen Sprache Twi zu kommen. Da dies eine gesprochene Sprache ist – sie wird wenig geschrieben - war auch der Unterricht nur auf das Sprechen ausgerichtet. Grammatik war Nebensache, Hauptsache man lernte ein paar Vokabel und einige gebräuchliche Redewendungen. Ich hatte den Vorteil, dass ich jeden Tag mit einen Patienten üben konnte und wir freuten uns gemeinsam über meine kleinen Fortschritte. Ich fühlte mich nicht mehr länger nur als Obroni (weißer) sonder als einer von ihnen. Der Zeitbegriff ist ein anderer. Alles ist nur ungefähr, aber trotzdem klappt es. Die Patienten hatten keine Termine wie bei uns üblich und trotzdem kam einer nach dem andern zu einer bestimmten Zeit. Außerdem wurde die Wartezeit genutzt um sich mit Freunden zu unterhalten, Krankengeschichten auszutauschen oder über Politik zu diskutieren. In meiner Freizeit konnte ich viele Ausflüge machen. Das Reisen in den Minibussen ist sicher nicht jedermanns Sache. Oft waren sie vollgestopft, denn die Abfahrt erfolgt erst wenn alle Plätze besetzt sind. An beeindruckenden Sehenswürdigkeiten gibt es hauptsächlich Kolonialbauen und ein paar Dörfer mit besonderen bemalten Häusern. Herausragend sind die Wunder der Nationalparks, die Märkte und das Leben an sich. Die einheimischen Essen ist sicher gewöhnungsbedürftig. Es wird mit der rechten Hand ohne Besteck gegessen, höchstens ein Löffel wird zu Hilfe genommen. Die einen mögen ghanaisches Essen, die anderen nicht. Aber man muss sagen es ist immer für jeden was dabei. Jetzt nach fast einem halben Jahr Abstand muss ich sagen ich würde wieder nach Ghana fahren. Es ist ein sehr sicheres Land und die Freundlichkeit der Menschen und die Natürlichkeit ist die Reise wert. Sicher gibt es auch Negativerscheinungen. In den Touristenmetropolen wird gebettelt und die Umweltverschmutzung ist wie in fast allen afrikanischen Ländern ein großes Problem. Ghana hat mit den Folgen der Kolonialherrschaft zu kämpfen und muss sich gleichzeitig auf die Herausforderungen des 21 Jahrhunderts einstellen. Mein Aufenthalt in Koforidua half mir enorm meinen Horizont zu erweitern, menschlich, beruflich und weltpolitisch.

de/reports.txt · Zuletzt geändert: 2014/09/28 10:22 von britta