Lesen ist gut, aber Erleben ist besser... Doch trotzdem fühlt man sich oftmals sicherer, wenn man schon im Vorab viel lesen kann um sich vorzubereiten. Deshalb hier auch ein paar Erfahrungsberichte von Volunteers oder "Ehemaligen". Es sei darauf hingewiesen, dass die Berichte nicht die Meinung InterActs wiedergeben, sondern individuelle Erfahrungsberichte sind. Viel Spaß beim Lesen!
Lisa ist Mitte September 2009 nach Ghana geflogen um in einem Waisenhaus in Suhum zu arbeiten. Sie bleibt für fünf Monate und hat einen Blog, der live mitgelesen werden kann: http://lisa-in-ghana.jimdo.com/ghana/
Anna ist von Oktober 2009 bis Juli 2010 als Freiwillige in einem Waisenhaus in Suhum. Ihre Erfahrungen können unter http://www.anjanascholz.wobistdujetzt.com/ miterlebt werden.
Verena und Helen haben von Oktober 2008 bis Januar 2009 im Jehova Rapha's Children Home, einem Waisenhaus in Suhum, gearbeitet. Berichte gibt es unter http://nadler-home.dyndns.biz/ zu lesen.
Isabell hat von September bis November 2008
in einem Waisenhaus in Tamale gearbeitet. Ihr Internettagebuch kann
unter folgender Adresse abgerufen werden:
http://isinolte.wobistdujetzt.com/ Lara war von September 2008 bis Februar 2009 in Nkwatia und arbeitete dort in einer Schule. Unter folgendem Link schreibt sie einen Blog: http://larainghana.wobistdujetzt.com/
Magdalena war ab Oktober 2008 für sechs Monate in Tamale und arbeitete dort im Kindergarten des Waisenhauses. Mehr zu lesen gibt's unter: http://leben-in-ghana.over-blog.com/
Elnaz unterrichtete von Oktober 2008 bis Januar 2009 in einer Schule in Jumapo. Sie schrieb einen Blog, der unter folgender Adresse abgerufen werden kann: http://elli-in-ghana.blogspot.com/
Jule war von Juni 2008 bis August 2008 in Koforidua und hat dort in einem Kindergarten ihr Blockpraktikum im Rahmen ihrer Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Sie hat eine eigene Homepage mit Bildern und einem Reiseblog: http://julebuerger.npage.de/
Maria war ab September 2008 für acht Monate im Kindergarten eines Waisenhauses in Nkwatia. Ihr Blog kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.mariainghana.blogspot.com/
Alexandra war von August 2007 bis Januar 2008 in einem Waisenhaus in Tamale. Sie hat eine eigene Homepage mit Bildern und Berichten. Unter http://www.alexandraschnack.wobistdujetzt.com/ gibt's mehr zu lesen.
Daniel war im Juli 2009 für einen Monat als Arzt in einem Krankenhaus in Sefwi-Asafo tätig.
Leider war ich nur
einen Monat in Ghana, darum konnte ich das Land nicht bereisen. Erlebt habe ich
dennoch sehr viel.
Ich war in einem
Krankenhaus (KH), das sehr ländlich liegt, das St. John of God Hospital,
welches von den barmherzigen Brüdern (St. John of God) geführt wird. Das KH
hatte ein Out Patient Department (vergleichbar mit einer allgemeinmedizinischen
Praxis), in dem Patienten ambulant behandelt wurden oder aber Aufgenommen
wurden (insofern auch vergleichbar mit unserer Aufnahme). Dies war von Montag
bis Samstag von morgens geöffnet, bis kein Patient mehr da war. (ca. 16 Uhr).
Das KH selbst hat eine gynäkologische/Geburtshilfe-Station eine Männer- und
Frauenstation, die chirurgisch und internistisch gemischt sind, und eine
Kinderstation, die so groß ist, wie die Männer und Frauenstation zusammen. (50
Betten, wenn der Boden mitbelegt ist).
Normalerweise arbeiten
in dem KH 3 kubanische Ärzte, die von der kubanischen Regierung zum Austausch
nach Ghana geschickt werden (Gynäkologie, Chirurgie, Anästhesie), ein
ghanaischer Arzt, den ich nicht kennen gelernt hatte, weil der im Urlaub war.
Noch eine Ghanaer, Dr. Adams, medizinischer Direktor und Allgemeinmediziner,
der Gynäkologie und Chirurgie, wenn Not am Mann ist, das Out Patient Department
(OPD) und die Kinderstation macht. Auch arbeiten dort Medical Assistants, die
zum Teil auch ärztliche Aufgaben übernehmen.
Als ich kam waren auch
3 österreichische Studenten vor Ort, die 2 Wochen blieben und von 2 anderen
österreichischen Studenten abgelöst wurden. Ich hatte immer einen bis alle mit
mir, was sich als echt hilfreich herausgestellt hatte.
Wie vermutet ging mein
Arbeitsleben am Montag richtig los. Zuvor habe ich vom Dr. Adams am Samstag nach
meiner Ankunft herumgeführt und ich hatte versucht mir alles zu merken und zu
lernen. Montag fing der Tag mit der Visite auf der Kinderstation an. Erst hatte
Dr. Adams ein Kind visitiert, dann ich usw. Im OPD anschließend war das
genauso.
Am Dienstag war ich
dann wieder zur Visite in der Kinderstation eingetroffen und hatte erwartet,
dass ich für irgendwo eingeteilt werde. Nach einer Weile warten kam dann der
Anruf von Dr. Adams, dass er krank ist und ich alleine anfangen soll. Na toll,
dachte ich mir, denn eigentlich habe ich ja gerade erst mein Studium beendet
und bin unerfahren. Zum Glück hatte ich eine Schwester dabei, die übersetzen
konnte (Englisch ist Amtssprache, aber gerade auf dem Land spricht nicht jeder
Englisch. In Asafo und Umgebung spricht man Sefwi oder Twi) und einen von den
Österreichern, der geholfen hatte, wo er konnte.
Total geschafft ging
ich dann in das OPD, wo ich auch mit Hilfe einer Schwester den Tag überstanden
hatte.
So sahen die nächsten 2
Wochen aus, denn Dr. Adams war leider so lange krank. Bei kritischen Fällen
konnte ich ihn zwar anrufen, hatte ihn aber nicht immer erreichen können. Also
musste ich schnell lernen mich auf meinen eigenen Instinkt zu verlassen und vor
allem medizinische Entscheidungen selbst zu treffen. Die Kubaner waren bei
chirurgischen Geschichten meine Ansprechpartner, aber nicht bei medizinischen,
internistischen oder pädiatriespezifischen Problemen.
Nach ca. 2 Wochen war
der Dr. Adams wieder fit, es kam aber auch ein noch nicht ganz fertiger Arzt
und ein Internist aus Kofuridua (wo ein anderes von den St. John of God Brüdern
geführtes KH ist) zur Verstärkung. Trotzdem blieb ich für die Kinderstation
verantwortlich. Nur in kritischen Fällen wurde sich mit den Anderen
zusammengesetzt. Nachdem Dr. Adams aber wieder gesund war, trafen wir uns
abends auf Station und ich gab ihm einen Überblick, damit er informiert war und
ich das miese Gefühl loswerden konnte, vielleicht doch etwas falsch zu machen.
Zu meinem eigenem Erstaunen war er immer einverstanden mit meinen Diagnosen und
meiner Therapie, auch als ich mal krank wurde (Montesuma) hatte er nichts an
meinen Therapieplänen geändert. Ich dachte bis dahin, er wolle mich nicht
beleidigen, aber er war wohl tatsächlich einverstanden.
Krankheitstechnisch
hatten die Kinder hauptsächlich Malaria, Pneumonien, Durchfälle, Anämien (meist
wg. Malaria), Unterernährung, viele Meningitiden. Bei Erwachsenen hatten viele
TBC, Syphilis, Pneumonien, erstaunlich viele Gelenkbeschwerden und
Herz-Kreislauf-Probleme, man glaubt es kaum, und HIV. Leider wird bei jeden
kleinen Schnupfen Malaria, von jedem vermutet. Selbst, wenn alles dagegen
spricht ist man gezwungen Malaria zu therapieren, weil sich sonst die
Schwestern und die Patienten aufregen, weil sie sich nicht richtig behandelt fühlen,
oder sich gegenseitig zoffen. Mit dem Resultat, das die Schwester vom Patienten
beschimpft wird, nicht richtig zu übersetzen, die Schwester darauf hin mit
einem nichts mehr redet (oder nur das nötigste) und der Patient nie mehr zu
einem Schulmediziner geht. So musste ich einem Kind mit einem faulen Zahn neben
der Überweisung zum Zahnarzt, einem Schmerzmittel auch ein Malariamedikament
aufschreiben, damit alle gut schlafen konnten, denn das Fieber könnte auch
Malaria sein. Das gehört zu den großen Unterschieden, die man erst einmal
verinnerlichen muss. Verinnerlichen muss man
auch, dass alles länger dauert. 9 Uhr heißt 10Uhr! Sofort heißt gleich!
Medizinisch bedeutet dass, dass Notfälle, die bei uns in 15 min abgehandelt
werden können, 1 Stunde brauchen und länger. Beispiel: Ich wurde auf Station
gerufen (ist das OPD zu, kommen Notfälle direkt auf Station), weil ein Junge im
Bett von einer giftgrünen Schlange gebissen wurde (Mamba?), Name der Schlange
unbekannt, bei der Beschreibung der
Schlange wurden alle sehr nervös! Das Antidot musste her, zusätzlich wollte ich
eine antiallergische Therapie durchführen und den Kreislauf unterstützen. Bis
alle Medikamente da waren, vergingen mehr als 45 Minuten und dem Jungen ging es
immer schlechter. Da lernt man Ruhe zu bewahren, ob man will oder nicht, denn
wenn man mit dem europäischen (deutschen) zack zack Ton anfängt, werden die
Leute nervös und sind überfordert. Dann funktioniert gar nichts mehr, weil alle
herumrennen und keiner mehr weiß, was er eigentlich tun soll, oder welcher
„Befehl“ wichtiger ist.
Das war auch das größte
Problem, für das es länger braucht, als einen Monat, um es zu lösen. Das
angleichen an die unterschiedliche Mentalitäten und die unterschiedliche
Arbeitsweise und Denkweise. Der Ghanaer lebt im Jetzt, der Deutsche lebt in der
Zukunft. So ist auch das medizinische Denken bestimmt. Mit der Absicht
medizinische mögliche Probleme zu vermeiden, bin ich nicht immer auf Gegenliebe
gestoßen. Oft gab es Diskussionen, von einer Person sogar einen Boykott (der
Therapieplan wurde einfach umgeschrieben). Ich konnte mich jedoch gut
durchsetzen und hatte auch sehr große Unterstützung vom Dr. Adams. Aber viele
Gespräche waren auch sehr wichtig für mich selbst, denn die einheimische
Situation unterscheidet sich halt oft von der unseren und man lernt auch, dass
verschiedene Wege nach Rom führen.
Nach 1/1/2 Wochen war
ich jedoch ziemlich kaputt und hätte fast das Handtuch geworfen. Wie gesagt zu
dem Zeitpunkt war ich alleine (mit Hilfe meiner 3 Studenten und der
Schwestern). Es gab zu diesem Zeitpunkt viele kritische Patienten. Eigentlich
hatte ich eine halbe Intensivstation am Hals. Blutkulturen waren nicht möglich,
Röntgen war nicht immer möglich, das Labor hatte nicht immer funktioniert,
Monitoring gibt es nicht, EKG gibt es nicht. Wollte man jemanden Verlegen, kam
kein Krankenwagen, sondern die Familie hatte sich in den nächsten Bus gesetzt
und ist ca. 3 Stunden in das nächste große KH gefahren. Man konnte kritische
Patienten also nicht verlegen (es sei denn ich hätte ein Taxi selbst bezahlt,
habe ich auch einmal gemacht, kostete jedoch 80 € und war für mein Budget zu
teuer, um das jeden zweiten Tag zu machen. Dafür wurden gleich mehrere
kritische Fälle in das Taxi gestopft und das Geld war damit gut angelegt).
Schließlich starben 2
und ich hatte mich mies gefühlt.
Aber dann kam die
Verstärkung und ich war nicht mehr ganz alleine, aber auch zu zweit oder zu
dritt konnten viele Krankheiten nicht adäquat behandelt werden, wenn die
Ressourcen nicht vorhanden sind.
Aber es kamen auch
Erfolgserlebnisse. Den Schlangenbissjungen hatten wir Gerettet. Eine Mutter mit
Eklampsie wurde vom Dr. Adams per Notsektio gerettet und das ca. 32 Wochen alte
Frühgeborene von mir und den gerade neu eingetroffenen Österreichern. (Die haben
den Streich nach meiner Abreise gerade noch einmal wiederholt. Ich bin sehr
stolz). Viele kritische Kinder wurden von mir so stabilisiert, dass ich sie
doch verlegen konnte, oder sie wurden noch bei uns wieder gesund.
Im Großen und Ganzen war es eine sehr schöne Zeit. Ich bin an den
Herausforderungen gewachsen und habe viele sehr nette und aufgeschlossene
Menschen kennen gelernt.
Zum Schluss noch ein
bisschen was über Ghana. Vom ersten Tag an habe ich nette, immer hilfsbereite
und aufgeschlossene Menschen kennen gelernt. Die Kinder waren oft sehr
neugierig auf einen, hatten aber auf Station vor dem weißen Arzt mehr angst,
als vor dem Schwarzen. Viele haben davor noch nie einen Weißen gesehen.
Wer Geld hat, zeigt das
in meinen Augen auch gerne. Arme Menschen gibt es viele und natürlich auch die
Probleme, die Armut mit sich bringt. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass das
Land ein sehr stabiles Land ist. Die Menschen dort haben viele Möglichkeiten,
mehr als ich dachte und sicherlich mehr, als in anderen afrikanischen Ländern.
Aber die Menschen dort sehen vieles auch anders, als es Europäer tun. Ein
Beispiel habe ich oben gegeben. Das muss man bedenken, wenn man nach Afrika
will, um dort zu helfen. Wir können nicht für alles eine Lösung bieten und
sollten das auch in meinen Augen nicht tun. Wer aber noch nie in
Afrika war, der wird in Ghana bestimmt gut klar kommen.
In der Ecke, in der ich
war ist fast überall Dschungel, aber nicht mehr der Ursprüngliche, weil viel
abgeholzt wurde und noch wird.
Ich war in der
Regenzeit dort. Das bedeutet, dass es sehr warm ist und eine hohe
Luftfeuchtigkeit hat. Häufige und überraschende Schauer sind zu der Zeit an der
Tagesordnung. Zum Schluss habe ich nachts allerdings gefroren.
Das Essen fand ich
nicht so schlecht, bis auf die Zubereitung des Fleisches. Man muss aber
aufpassen, der Durchfall kommt bestimmt.
InterAct hatte mir bei
der Vorbereitung sehr geholfen und auch dabei genau zu diesem Krankenhaus zu
gehen, obwohl sie davor noch nicht zusammengearbeitet hatten. Ich bekam alle
Fragen und Probleme schnell und unbürokratisch beantwortet oder gelöst.
Der Umgangston ist
familiär und ich hatte das Gefühl, dass die InterAct-Mitarbeiter sich wirklich
um einen sorgen vor und während des Aufenthaltes.
Der Abholservice war
hervorragend, auch der erste Tag in Accra. Ich bekam die ghanaische Mentalität
etwas näher gebracht, mir wurde geholfen alles Wichtige zu besorgen und
gezeigt, wie man Trotro und Bus fährt. Ich kam recht entspannt in Sefwi-Asafo
an. Die Österreicher dagegen mussten alles selbst herausfinden und waren
deutlich kaputter als ich, bei ihrer Anreise.
In Sefwi-Asafo wohnt
man auf dem Krankenhausgelände und wird von ihnen bewirtet. Das heißt, dass das
InterAct-Konzept nicht ganz aufgeht.
Ich würde dennoch jedem
empfehlen hierhin zu fahren. Junge und erfahrene Ärzte können hier ihre
medizinischen Sinne schärfen und müssen sich auf ihre Instinkte und ihren
Basics verlassen. Das ist für jeden sicherlich eine tolle und nützliche
Erfahrung. Auch Nicht-Ärzte oder Nicht-Mediziner können hier mitarbeiten. Es
gibt eine Schule, die von den Brüdern unterstützt wird. Ein Pirmary Healthcare
Centre gehört auch zum Krankenhaus, wo unterernährte Kinder aufgepäppelt werden
und die Mütter lernen ihre Kinder richtig zu versorgen.
Will man mit den
Bewohnern in Kontakt treten, braucht man nur in die Bar gehen und lernt sofort
Leute kennen. Das ersetzt zwar nicht das Leben in einer Familie, aber man
bleibt auch nicht völlig isoliert.
Diana arbeitete Anfang 2009 in einer Schule und in einem Kindergarten in Koforidua.
Mein Name ist Diana, ich bin 25 Jahre alt und war 6,5
Wochen in Ghana.
Am 12.01. ging die Reise los. Ich startete bei -15°C in
Deutschland und bin einige Stunden später im 35°C heißen Ghana angekommen.
Alice hat mich vom Flughafen abgeholt. Es war so heiß und schwül und es waren
so viele Menschen am Flughafen..., da war ich echt froh, dass jemand da war,
der mich abholte und zum Hotel brachte. Im Hotel angekommen war ich so müde,
dass ich nach einer letzten richtigen Dusche sofort ins Bett bin. Am nächsten Tag
machten wir eine geführte Tour durch Accra. Im Hotel hatte ich noch eine
weitere Volunteerin kennen gelernt, mit der ich dann im Trotro nach Koforidua
fuhr. Dort angekommen wurden wir von unseren jeweiligen Ansprechpartnern
abgeholt. Ich kam zu einer Familie nach Koforidua, die ich sehr empfehlen kann.
Wir haben uns in der Zeit, in der ich bei ihnen wohnte, sehr angefreundet. Ich
arbeitete an der Good Shepherd Anglican School. Zuerst unterrichtete ich 3
Wochen und dann half ich noch 2,5 Wochen im Kindergarten. Die Zeit in der
Schule und im Kindergarten war sehr interessant aber auch anstrengend. Die
Lehrer waren sehr freundlich und haben mich direkt herzlich aufgenommen. In der
Schule war es nicht immer so einfach zu unterrichten, da die Kinder normalerweise
geschlagen werden, wenn sie laut oder unaufmerksam sind. Da ich sie nicht
geschlagen habe, waren sie natürlich lauter als die anderen Klassen und die
Aufmerksamkeit war nicht ganz so groß, da sie lieber spielen wollten. Ich habe
dann in den Unterricht immer wieder „Spielzeit“ eingebaut mit Puzzeln, Malen
usw., was die Kinder sehr freute. Wir waren zuerst zwei und später drei
Volunteere an der Schule. Der tägliche Austausch hat sehr gut getan.
Am Wochenende sind wir Volunteere immer gemeinsam
gereist. Nach Accra, Kumasi, Volta Region und die Sehenswürdigkeiten in der
Umgebung von Koforidua. So war es eine schöne abwechslungsreiche Zeit.
Wochentags arbeiten und mit anderen Volunteers treffen und am Wochenende
reisen. Ich verbrachte aber auch immer wieder Abende und Wochenenden bei der
Familie.
Nach meiner „Arbeitszeit“ reiste ich noch 1 Woche an
die Südküste (Cape Coast, Elmina, Takoradi). Dies war noch mal eine ganz andere
Seite von Ghana, die auch sehr schön ist. Die Zeit in Ghana hat mir rückblickend sehr gut
gefallen. Am Anfang fiel es mir schwer und alles war so anders und fremd aber
man gewöhnt sich daran. Durch das Leben in der Familie habe ich sehr viel von
der Kultur der Ghanaer erfahren können. Wenn man sich auf die neue Situation
einlässt, sich im Vorfeld über das Land und die Gewohnheiten informiert und die
Dinge einfach geschehen lässt, wie sie kommen, dann wird man durch den
Aufenthalt in Ghana um eine wertvolle Erfahrung reicher. So kann es sein, dass
es nicht immer Strom gibt und ihr kein fließendes Wasser habt. Aber wenn ihr
dann wieder zu Hause seid, wisst ihr dies zu schätzen und bemerkt erst mal wie
viel Wasser wir doch verschwenden. Auch das Essen war eine ganz neue Erfahrung.
Es war total anders aber auch sehr lecker. Sicher fühlen könnt ihr euch in
Ghana auch. Ihr werdet zwar oft angesprochen und müsst viele Preise verhandeln
aber die Leute dort sind so herzlich und gastfreundlich. Ich bin nachts auch
öfters mal alleine heim gelaufen und mir ist nie etwas passiert. Medizinische
Vorsorge solltet ihr auf alle Fälle treffen, denn das Essen, Klima usw. kann
manchmal für Probleme sorgen aber nichts Schlimmes (Bauchweh, Durchfall).
Stoffe gibt es dort wunderschöne und günstige, sodass ihr euch viele
Kleidungsstücke nähen lassen könnt und gar nicht so viel Klamotten mitnehmen
müsst. Sonnen- und Moskitoschutz braucht man unbedingt.
Lasst euch einfach auf das Abenteuer Ghana ein und es
wird eine wunderbare Zeit. Zerbrecht euch bei der Vorbereitung nicht den Kopf,
in Ghana klappt immer irgendwann alles. Auch eure Eltern brauchen keine Angst
um euch zu haben, es ist wirklich sicher und angenehm mit den Leuten dort. Legt
euch einen guten und ausführlichen Reiseführer zu, den ihr zur Vorbereitung
durch lesen solltet und auch in Ghana noch oft gebrauchen könnt. Denn gerade
Karten- oder Touristenmaterial findet ihr selten.
Ich kann
einen Aufenthalt in Ghana nur empfehlen. Es ist eine ganz andere Erfahrung, die
euch niemand mehr nehmen kann. Ich selber werde auch noch einmal hingehen und
meine Gastfamilie besuchen.
Janina war für fast fünf Monate in Koforidua und hat dort in einer Behinderteneinrichtung ein Praktikum absolviert.
Mein Praktikum an der „School for the deaf“ begann am 15.
September 2008. Zu diesem Zeitpunkt waren die Schulferien in Ghana vorbei und
ein neuer Term (das Schuljahr ist in drei Terms eingeteilt) sollte beginnen.
Der Mentalität entsprechend dauerte es aber ca. zwei Wochen, bis alle Lehrer
und Schüler zur Schule kamen und der Unterricht losging.
Diese Zeit konnte ich gut nutzen, um mich in die
amerikanische Gebärdensprache einzufinden. Schon am ersten Tag lernte ich einen
gehörlosen Lehrer kennen, der mir und noch einer Praktikantin einen Crash-Kurs
in die Gebärdensprache gab. Somit
trafen wir uns täglich in der Schule und lernten 3-5 Stunden die Grundzüge der
Sprache. Außerdem konnten wir mithelfen die Klassen und das Grundstück wieder
schultauglich zu machen (säubern, Stühle stellen, etc.). Von den Lehrern wurde ich freundlich aufgenommen. Der
Schulleitern hingegen war anfangs noch sehr zurückhaltend und eher skeptisch.
Er habe schlechte Erfahrungen mit Praktikanten gehabt.
Anfänglich nutzte ich meine Zeit um mich zu orientieren. Ich
versuchte mir einen Überblick von den Angeboten und Inhalten der Schule zu
verschaffen, mit der Frage, was meine zukünftige Aufgabe sein könnte.
Nach einiger Zeit freundete ich mich mit der Lehrerin an,
die den Kunstunterricht und das Batikprojekt führte. Ich half ihr bei der
Unterrichtsgestaltung und Durchführung. Durch die Kinder wurde meine
Gebärdensprache immer besser und schon nach dem ersten Monat waren einfache
Konversationen möglich.
Es machte mir sehr viel Spaß mit der Lehrerin und den
Kindern kreativ zu werden. Ich entschloss mich, in der Klasse zu bleiben.
Jeden Tag hatten wir ca. zwei bis drei Klassen, die im
Kunstraum ihren Unterricht besuchten. Je nach Altersstufe wurde den Kindern
unterschiedliche Tätigkeiten angeboten. Mit einfachen Materialien malten die
Kinder Bilder von der Umgebung. Schmetterlinge wurden skizziert, Bananenpalmen
abgemalt, usw. Oder die Kinder haben sich auf der Wiese gegenüber gesetzt und
sich gegenseitig gemalt.
Nach einiger Zeit habe ich meine Ideen mit in den Unterricht
einbringen können Sister Agnes, die Lehrerin, brachte mir und einer anderen
Praktikantin nach und nach das Batiken bei. Wir lernten die einzelnen Schritte
des Verfahrens und halfen, den Batikunterricht vorzubereiten.
Im Oktober waren genug Gelder zusammen und somit konnte
genug Unterrichtsmaterial eingekauft werden. Wir halfen mit, die einzelnen
Materialien für das Batiken auf den Märkten in Koforidua und Accra einzukaufen.
Der Batikunterricht fing an. Die Schüler konnten unterschiedliche
Motive zum Batiken auswählen. Manche malten typische ghanaische Pflanzen oder
Tiere. Zuerst wurde alles auf weißem Papier vorskizziert und anschließend auf
weißem Leinenstoff übertragen. Im zweiten Schritt wurden die Bleistiftlinien
auf dem Stoff mit heißem Wachs mit Hilfe von spitzen Schwämmen übermalt. Beim
Eintauchen der ersten Farbe blieben somit die Stellen auf denen das Wachs
klebte weiß und Konturen wurden sichtbar. Nach dem die Batikfarbe getrocknet
war, konnte Schritt drei beginnen.
Für die zweite Farbe überlegten sich die Schüler, welche
Teile ihres Bildes in der ersten Farbe bleiben sollten und diese wurden dann
mit heißem Wachs übermalt. Anschließend wurde der Stoff in eine zweiten Farbe
getränkt und nur die Stellen mit Wachs blieben in ihrem vorherigen Zustand.
Beim Wachsen wurde darauf geachtet, wie alt die Schüler
waren. Bei jüngeren Schülern haben wir, bzw. ältere Schüler das Wachsen aus
Sicherheitsgründen übernommen. War ein Bild fertig koloriert, wurde der Stoff
in kochend heißes Wasser getränkt, damit das Wachs vollständig aus dem Stoff
wich. Nach dem Trocknen, Bügeln und Umnähen der Ränder waren die kleinen
Kunstwerke fertig. Die Tücher wurden zum größten Teil verkauft und somit
konnten neue Materialien angeschafft werden.
Dieses Projekt stützt sich auf das Konzept „Hilfe zur
Selbsthilfe“. Den Schülern wird die Möglichkeit gegeben, eine traditionelle
Technik zu erlernen und sich somit spätere Arbeitmöglichkeiten zu eröffnen.
Die Lehrerin erzählte, dass einige ihrer damaligen Schüler
sich nun ihr Geld mit dem Verkauf von selbst hergestellten Batikartikeln
verdienen. In Ghana sind Batikartikel gerade in touristischen Arealen sehr
beliebt. Ich fand dieses Projekt sehr gut und wollte ebenfalls zur Sicherung
des Erhalts beitragen. Ich habe auf meiner Auslandshomepage viel Fotos von
erstellten Batikbilder und diese zum Verkauf angeboten.
Ich empfinde mein Auslandspraktikum als sehr erfolgreich.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten fand ich die Erfahrungen, die ich in Ghana
machen konnte, sehr wertvoll. Ich habe in den viereinhalb Monaten das Land und
die Kultur kennen lernen dürfen und viele interessanten Menschen getroffen und
mich mit ihnen ausgetauscht. Dies hat nicht nur meine Sprachkenntnisse
verbessert, sondern auch meinen Horizont erweitert.
Für die berufliche Weiterbildung hat mir dieses Praktikum
ebenfalls genützt. Das Praktikum mit Kindern mit Behinderung hat mir nochmals
gezeigt, dass dies mein zukünftiges Arbeitsfeld werden soll.
Sven war für sieben Monate in Tamale und arbeitete erst in einer Junior Secondary School und dann in einem Kindergarten.
Ghana- ein Land mit vielen Überraschungen, wunderschöner Landschaft und unglaublich fantastischen Menschen Auch heute bin ich noch von vielen Eindrücken beeindruckt und die relaxte und schöne Zeit in Ghana fehlt mir hier jeden Tag aufs Neue: hier ein paar Eindrücke, von denen es nach sieben Monaten natürlich reichlich zu berichten gibt! Es war noch früh am Morgen als mein Kumpel Chris und ich am internationalen Flughafen in Accra ankamen. Es war ein Schock - ein interessanter Schock! Morgens um sechs gefühlte 48 Grad, eine Luftfeuchte, welche uns die Klamotten binnen Sekunden als nasse Säcke vom Körper hingen ließ und natürlich der Gedanke jetzt endlich in Westafrika angekommen zu sein… AKWAABA – Willkommen! Nachdem wir die Kontrollen am Flughafen alle hinter uns gelassen hatten und von einem Beamten, dessen grimmiges Gesicht echt gut zu seiner grünen Uniform gepasst hat, ein Einreisevisum für die nächsten 60 Tage bekamen, befanden wir uns draußen im Empfangsbereich schon mitten drin. Zwei weiße Punkte in mitten einem Meer aus mehr oder weniger schwarzen Taxifahrern und wartenden Menschen aller Art. Eigentlich sollte Alice uns am Flughafen abholen, zum Hotel bringen und den restlichen Tag die Stadt zeigen. Problem war nur, …. da war keine Alice am FlughafenJ. Also standen wir beide da, haben das nervige Gefrage der Taxifahrer über uns ergehen lassen und das erste mal die Erfahrung gemacht, dass Ghanaer, selbst die junge Generation, es überhaupt nicht mögen, wenn in ihrer Nähe geraucht wird. Ein super Start für uns zwei Raucher. Nach ein paar Minuten Verspätung kam dann auch unser Retter und wir fuhren erst einmal ins Hotel um unsere Rucksäcke und den ganzen anderen Krempel zu verstauen. Es war einfach herrlich. Das Taxi, wohl nur halb so groß wie ein Twingo, alles rumpelte und quietschte und die Rucksäcke drohten aus dem halb geöffneten Kofferraum zu fallen. Da war er nun „der Kulturschock“, auf den wir uns zwar versucht hatten einzustellen, der einen aber dennoch so erwischt, dass es kein Entfliehen gibt. Nach dem ersten spannenden Tag in der Hauptstadt und einer Nacht im Hotel, fuhren wir dann am nächsten Morgen nach Tamale in die Nothern Region, wo wir die nächsten sieben Monate leben und arbeiten sollten. Eine Fahrt so unendlich lang, einmal quer durchs ganze Land, aber trotzdem überwältigend und abwechslungsreich. Diese 12 stündige Bus-Tortur ist zwar anstrengend, bietet aber eine hervorragende Möglichkeit einen kleinen und atemberaubenden Eindruck der abwechslungsreichen Gebiete dieses Landes im Vorbeifahren zu bekommen. Es ging durch große und geschäftige Städte, vorbei an schönen und dicht bewachsenen Bergen bis hin zur weiten Steppenlandschaft mit kleinen Dörfern und unzähligen winkenden Kindern am Straßenrand. Als wir irgendwann Nachts in Tamale ankamen, kaum noch sitzen oder stehen konnten und es außerhalb des klimatisiertem Busses wieder so unglaublich warm war, wurden wir auch schon von unseren Ansprechpartnern Majojo und Inusah erwartet und zur Familie gebracht. Unsere wahnsinnig tolle und liebe Gastfamilie! Bei unserer Ankunft saßen ungefähr zwanzig Leute mitten im Innenhof und begrüßten uns herzlich. Und obwohl ich so hundemüde war und anfangs große Mühe hatte das „Ghana-Englisch“ zu verstehen, fühlte ich mich vom ersten Moment an wohl. Alle stellten sich uns vor und nannten ihre Namen wie „Nabila“, „Rafia“, „Sherief“ oder auch „Majida“. Ich glaube man kann sich vorstellen wie schnell man nach so einem Tag, mit den ganzen Eindrücken, überfordert ist. Also hieß es dann nur noch Zimmer beziehen, tot ins Bett fallen und schnell schlafen gehen. Am nächsten Morgen wurden wir dann durch Tamale geführt und konnten einen ersten Eindruck von dem Leben im Norden, gewinnen. Überall geschäftige Menschen, viel Gewusel. Frauen die unendlich viele Sachen auf dem Kopf tragen und dir etwas verkaufen möchten. Alte Männer die im Schatten liegen und einfach nur chillen oder auch kleine Kinder die Trinkwasserpäckchen verkaufen. Sogar verschiedene Tierchen laufen zahlreich und überall durch die GegendJ. Und du als Weißer, dem alle nur „Zeleminga“ nachrufen und keine Möglichkeit ausschlagen dir etwas anzudrehen, dich einfach nur zu berühren oder in ein nettes Gespräch verwickeln. Es ist wirklich ein ganz besonderes Flair. Natürlich war anfangs alles noch unglaublich fremd und ich hatte Schwierigkeiten mich in der Stadt oder auf dem zentralen Markt zurecht zu finden. Aber nach einiger Zeit, ein paar Tipps und Führungen netter Ghanaer oder unserer Familie, war es kein Problem mehr. Auch das Leben in unserer Gastfamilie, es waren alle Muslime, war von vielen und neuen Eindrücken geprägt und wir wurden sehr herzlich und wie eigene Kinder aufgenommen und behandelt. Es war wirklich ein „Zusammenleben“, nicht einfach ein „Besuchen“, mit muslimischen Ghanaern! Auch in der Zugbeli Junior-High-School, in der wir als Lehrer unterrichten sollten, hat man uns sehr herzlich empfangen, ein bisschen eingearbeitet und gesagt wir könnten eigentlich alles unterrichten was wir wollen. Da es aber eine Art Realschule ist und die Struktur der Schule sowas von chaotisch war, wechselten wir nach einiger Zeit in ein anderes Projekt um dort zu arbeiten. Wir fanden einen privaten Kindergarten mit knapp 120 Kindern und vier Lehrern, in dem die Organisation und sonst auch alles um einiges besser lief. Für mich war es ein total schönes Gefühl die Kleinen im Alter zwischen drei und acht Jahren ein bisschen zu unterrichten, spielerisch zu erziehen und mit ihnen einfach nur Spaß zu haben. Für die Kids waren wir das größte und nach anfänglicher Scheu war es toll dort zu arbeiten. Auch wenn es das eine oder andere Mal schwierig war, den Kindern etwas zu erklären, da nicht alle genügend Englisch sprechen oder vielleicht auch einfach keine Lust drauf hatten. Ich wusste es nie genau… Als wir dann noch einen Spendenaufruf in Deutschland starteten und jede Menge Geld zusammen kam, fingen wir an das gesamte Gebäude zu renovieren. Da gab es drei Klassenräume (eigentlich war es nur eine aus Brettern gezimmerte Bude) von denen ein Raum noch einen Sandfußboden hatte, den wir betonierten. Auch jede Menge kaputte Holzbänke und ein rostiges und durchlöchertes Wellblechdach, welches wir erneuerten. Außerdem konnten die Wände einen neuen Anstrich vertragen und es mussten unbedingt ein paar schöne Bilder und Farbe ins Spiel kommen. Es sind ja schließlich noch Kinder. Also trommelten wir auch die anderen deutschen Volunteers von InterAct zusammen, kauften literweise Farbe und fingen an zu streichen. Der größte Erfolg unseres Projektes war ein neu erbautes Klassenzimmer, welches es nun ermöglicht, die vielen Kinder besser aufzuteilen und dadurch auch besseren Unterricht zu machen. Alles im Allen ein riesen Erfolg, der mir persönlich auch gezeigt hat, dass man mit kleinen eigenen Mitteln und Aufwendungen dort schon sehr viel erreichen kann. J Und es hat wirklich riesigen Spaß gemacht! Genau wie das Leben bei den Menschen in Tamale und in unserer Gastfamilie, ist auch das Reisen eine enorm spannende und amüsante Angelegenheit. Ghana hat Zeit und ist wunderbar unkompliziert! Und das merkt man nicht nur im täglichen Leben, sondern auch beim Warten auf den Bus, dem Befördern von Unmengen Gepäck in viel zu kleinen Autos, im Immigration Office bei der Visa-Verlängerung oder in vielen anderen Situationen. Insgesamt waren wir 3mal auf großer Reise und jeweils ca. 4 Wochen unterwegs. Es ist wirklich die beste Gelegenheit das Land mit seinen verschiedenen Bräuchen, Menschen und teils auch unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen. Man steht am Straßenrand und wartet auf eines der TroTro´s (Kleinbusse), welche teils doch sehr ramponiert und bis oben hin vollgestopft sind. Sie schaffen es aber immer wieder, einen von A nach B zu bringen. Wobei B auch schon mal ganz schön weit weg sein kann. Man schläft in kleinen gemütlichen oder heruntergekommenen Hotelzimmern. Isst das je nach Region auch wechselnde Essen, welches an kleinen Ständen überall auf der Straße, oder auch direkt von den Köpfen der vorbei laufenden Frauen, verkauft wird. Es ist halt vieles ganz anders als man es kennt, aber ich fand es sehr beeindruckend, die unterschiedlichen Regionen mit allen Eigenheiten zu entdecken. Eine 3 tägige Schiffsüberquerung des Volta-Stausees, dass Umherstreifen in den eher trockenen und heißen Gebieten im Norden, die wunderschönen Sandstrände ganz im Süden, oder auch die tropische Volta-Region mit vielen Wäldern und Bergen. Es ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Das allergrößte in Ghana sind aber immer noch seine Einwohner. Ich habe noch niemals so viele nette, aufrichtige und herzensgute Menschen getroffen. Egal wo wir grade waren, was wir gemacht haben oder worum es ging. Die Menschen sind hilfsbereit, haben alles mit uns geteilt und Strahlen dabei von einem Ohr zum Anderen. Schön wenn es auch in der Heimat ein bisschen so wäre… Dennoch kann es auch passieren, dass man sich fürchterlich über den Einen oder Anderen ärgert, da sie wohl doch ein ganz anderes Verständnis von Zuverlässigkeit oder auch Pünktlichkeit haben. Die „african time ist allgegenwärtig …“ Wenn man sich allerdings ein bisschen darauf einlässt und es mit manchen Dingen nicht zu genau nimmt, ist es kein Problem. Ich persönlich bin dankbar auch diese Seite mal kenngelernt zu haben und versuche auch heute noch absichtlich 2 Gänge zurück zuschalten. Wer mag schon Hektik und Stress?! Und eine kleine Veränderung der Denk- und Lebensweise nimmt wohl jeder aus einem solchen Land mit nach Hause. Man darf dort nicht erwarten, dass alles so geregelt und straight (oder auch organisiert) abläuft, wie man es aus der Heimat kennt. Es gab auch Momente wo ich, als „gewissenhafter“ Deutscher, nur mit dem Kopf schütteln konnte. Aber im Endeffekt ist es so vollkommen in Ordnung, da man sich schließlich in einem fernen Land, mit anderen Kulturen und Gebräuchen, sowie auch unterschiedlichen Menschen befindet. Meiner Meinung nach, ist es lediglich wichtig vollkommen ohne Erwartungen nach Ghana zu reisen und vor allem offen für alles zu sein. Wenn der anfängliche Kulturschock erst einmal verarbeitet ist, beginnt eine absolut geniale Zeit. Nicht zuletzt auch durch InterAct und natürlich der Menschen vor Ort, hat man alle Freiheiten sich den Aufenthalt oder das Projekt so zu gestalten und sich selbst zu verwirklichen, wie man es sich vorstellt! Abschließend kann ich nur sagen, dass es einfach eine super Zeit war und ich auf keinen Fall das letzte Mal in Ghana gewesen bin. Mir fehlt die Ruhe, die Einfachheit, das Relaxte und vor allem… die Menschen mit ihrer ganz speziellen Art. Aber fliegt am besten einfach selber hin, sammelt die Erfahrung und genießt die Zeit dort unten. InterAct hat es geschafft, sich so zu organisieren, dass es vor allem jungen Menschen leicht gemacht wird, sich solch eine Erfahrung zu verwirklichen und was noch viel toller ist - zu finanzieren! Danke an alle die uns geholfen und betreut haben und vor allem ein riesen DANKE an Britta und Ken. Macht weiter so!!! Das war nun ein klitzekleines bisschen über meine Zeit in Ghana. Ich wünsche Euch allen, die mit dem Gedanken spielen dort hinzureisen, eine tolle Vorbereitung, eine noch viel bessere Zeit bis zum Abflug und einen genauso unvergesslichen Trip nach Westafrika wie ich ihn hatte. Bei Fragen oder sonst etwas einfach mailen: sven@vierus.de Viel Spaß Sven (auch ich beneide Euch)
Christine arbeitete im Rahmen eines Sabbatjahres ab September 2007 fünf Monate lang als Krankenschwester in zwei Krankenhäusern in Ghana.
Eigentlich hatte ich zuerst geplant an einem humanitären Einsatz einer Nothilfeorganisation teilzunehmen, aus terminlichen Gründen zerschlug sich dies aber. So suchte ich kurzfristig nach einer Alternative. Im Internet wurde ich dann fündig. Im Gegensatz zu anderen Vermittlungsorganisationen ist InterAct preisgünstig, flexibel und schnell. So konnte ich schon einen Monat nach dem Erstkontakt ausfliegen und landete am 7.9.2007 in Accra. Am Flughafen warteten schon Alice und Richard auf mich um mich in mein Hotel zu bringen. Am nächsten Tag fuhr ich mit Richard nach Koforidua zu meiner Gastfamilie, bei der schon eine andere Voluntärin wohnte, die als MTA im St. Joseph´s Hospital arbeitete, in dem auch ich arbeiten würde. Der Empfang in der Familie war sehr herzlich, das Zimmer geräumig, die hygienischen Bedingungen sehr gut und das beste: es gab eine überdachte Veranda, so dass man bei jedem Wetter draussen sein konnte. Dank der Freundlichkeit der Familie und der Hilfe von Anna fiel mir das Eingewöhnen sehr leicht und auch der erste Arbeitstag im Krankenhaus war mit ihrer Hilfe nicht gar zu befremdend. Ich arbeitete in den ersten drei Monaten auf der Kinderstation und der angegliederten Privatstation dieses orthopädischen Krankenhauses. Im Unterschied zu deutschen Häusern übernehmen in Afrika die Angehörigen die Versorgung ihrer kranken Familienmitglieder, so dass das Pflegepersonal nur für die medizinische Behandlungspflege zuständig ist und ggf. die Angehörigen bei der Lagerung und Mobilisierung der Patienten berät. Zuerst fiel es mir schwer, ein Arbeitsfeld zu finden, da auf der Station genügend Personal vorhanden war und ich auch nicht wirklich gut eingearbeitet wurde. Ich lernte durch mitgehen, fragen, zuschauen. Später, als ich die Abläufe schon recht gut kannte, war ich in der Lage so ziemlich alle anfallenden Tätigkeiten durchzuführen, als Schwerpunkt kümmerte ich mich um die Stationshygiene, da diese recht vernachlässigt war. Häufig spielte ich mit den Kindern, deren Alltag ja doch sehr langweilig sein konnte, da sie nach ihren verschiedenen Operationen z. T. einen recht langen Krankenhausaufenthalt hatten, ansonsten aber fit und gesund waren. So bekam ich zu ihnen und ihren Angehörigen einen sehr guten Kontakt. Insgesamt fühlte ich mich aber unterfordert und nahm sehr dankbar die Möglichkeit an, in einem anderen Krankenhaus des Trägerordens zu arbeiten , das ich schon im September kurz kennen lernen konnte. Dieses Krankenhaus liegt abgelegen in einem Dorf der Western Region ca. 100 km entfernt von der Elfenbeinküste. Es besitzt eine Ambulanz, chirurgische und innere Abteilungen für Männer, Frauen und Kinder, zusätzlich eine geburtshilfliche Station, ein Ernährungszentrum für unterernährte Kinder und eine Vorsorgeeinrichtung. Arbeit und Lebenssituation waren dort sehr verschieden zu denen in Koforidua. Ich wohnte nicht bei einer Familie, sondern im Krankenhausgelände in einem Zimmer mit Dusche und Toilette, das zu einem Wohnhaus für Krankenhausangestellte gehört. Da ich der z.Zt. einzige westl. Volunteer war, außer Ghanaern arbeiteten noch vier kubanische Ärzte dort, konnte ich schnell Kontakt zu den einheimischen Mitbewohnern finden, eine sehr gute Erfahrung, die zu noch bestehenden Freundschaften führte und mir eine landeskundige Reisegefährtin für meine Reise in Ghanas Norden bescherte. Ich arbeitete auf der geburtshilflichen Station,. Die hatte ich ausgesucht, da mich das am meisten interessierte obwohl ich keine Erfahrungen in der Geburtshilfe habe. Die Mitarbeiterinnen und auch der leitende Arzt dort sind sehr gut ausgebildet und kompetent und halfen mir sehr dabei, mich in die Arbeit einzuleben und gaben mir viele Hintergrundinformationen über die sozialen Bedingungen von Patientinnen. Es gab wirklich reichlich zu tun und ich wurde schnell als vollwertige Mitarbeiterin eingesetzt. Es gab manche belastende Situationen, dadurch bedingt, dass es an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ( nicht Fähigkeiten) mangelt, häufig eine frage finanzieller Ressourcen, und daran, dass Patientinnen zu spät ins Krankenhaus kommen- auch wieder aus den unterschiedlichsten gründen. Insgesamt war es aber eine sehr befriedigende Zeit. Während meiner verschiedenen Reisen lernte ich ein deutsches Arztehepaar kennen und konnte so ein weiteres Krankenhaus kennen lernen, in dem verschiedene Forschungsprojekte mit deutscher Finanzierungshilfe durchgeführt wurden. Ich lernte viele Aspekte des ghanaischen Gesundheitswesens kennen, Arten der Finanzierung, mögliche Leistungen, Ausbildungen, Arbeitsbedingungen, Unterstützung durch int. Organisationen u.a.m. Neben der Arbeit gab es bei einem so langen Aufenthalt, wie ich ihn hatte, auch die sehr erfüllende Zeit des Reisens, der Erkundung des Landes, das Erleben von Natur und Kultur, des Alltags, der Küche, das ganze Kaleidoskop des Lebens. Das Reisen in Ghana ist eine ganz spannende Angelegenheit. Das Land ist vielgestaltig. Neben den Küstenregionen mit wunderschönen Stränden, gibt es fruchtbare, tropische, landschaftlich reizvolle Gegenden und nicht zuletzt den Norden mit seinen Savannen. Mit den landesüblichen Verkehrsmitteln gelangt man durchaus kostengünstig, aber zeitaufwändig (der Weg ist das Ziel) in jede noch so abgelegene Region. Reiseluxus darf man nicht erwarten, dafür aber viele neue Begegnungen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist enorm. Auch als alleinreisende Frau kann man sich sicher und frei bewegen. Allein oder zusammen mit Freunden lernte ich so Land und Leute kennen. Die vielen Erlebnisse und Anekdoten würden ein ganzen Buch füllen und so kann ich nur jeden ermutigen, sich selbst in Bewegung zu setzen und sein eigenes Buch zu schreiben. Jedenfalls ist Ghana eine perfekte Einstiegsdroge für Afrika. Für weitere Informationen und Nachfragen bin ich unter folgender e-mail- Adresse zu erreichen: me-schug@gmx.de
Uta hat im Sommer 2007 zwei Monate lang in einer Schule unterrichtet. Die Schule ist in das St. Joseph's Krankenhaus in Koforidua integriert. Kinder mit längeren stationären Aufenthalten sollen dort weiterhin unterricht bekommen.
Ghana - Ein Land in unserer Zeit Maa kye! Me din de Uta. Madi mfie edunkon...
Ich heiße Uta, bin 19 Jahre alt und war im Jahr 2008 für 2 Monate in Ghana. Ich habe zusammen mit einem weiteren volunteer in einer ghanaischen Gastfamilie in Koforidua gelebt und habe im St.Joseph hospital auf der Kinderstation Französisch unterrichtet. Nun sind es bald acht Monate, die ich wieder zurück in Deutschland bin und wenn ich an meine Zeit in Ghana zurückdenke kommt es mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich aus dem großen italienischen Flugzeug ausgestiegen bin, sich eine Woge warme, ja zu Beginn sogar drückende Luft vor mir ausgebreitet hat und ich den afrikanischen Kontinent betreten habe. Ich war sehr froh nach dem langen Flug endlich dort angekommen zu sein, wo ich seit langer Zeit hinwollte. Nach den ganzen Vorbereitungen (Impfungen, Visa, Recherchen,...), eben die Dinge, die vor dem eigentlichen Aufenthalt stattgefunden haben mussten, war es einfach ein großartiges Gefühl zu wissen, dass nun der Teil meiner Reise beginnt den ich den "Bewussten"-Teil nenne. Kaum zu übersehen waren natürlich, die großen Willkommensbanner am Flughafen auf denen in bunten landesüblichen Farben AKWAABA steht, das ghanaische Wort für Willkommen. Und so habe ich mich auch gefühlt. Sowohl bei meiner Gastfamilie, die mich mit viel Freude und Herzengüte empfangen hat, als auch in dem Krankenhaus in dem ich als Lehrerin gearbeitet habe. Von den Räumlichkeiten, des kleines Hauses in dem wir gewohnt haben, war ich sehr überrascht. Meine Gastschwester und ich hatten jeder ein eigenes mit Bett, Kommode und Sessel möbiliertes Zimmer und die hygienischen Umstände in dem gesamten Haus waren für meine Empfindungen vollkommen in Ordnung. Meine Gastmutter war stets bemüht uns gut mit Essen und Fürsorge zu versorgen. Ihr Essen war wirklich unglaublich gut. Wer gerne scharf isst und bereit ist auch mal Neues auszuprobieren, seien es Wurzel und Gemüsearten wie Yam oder Kontomere, die man bei uns nicht findet und auch mal die Erfahrungen machen möchte wie gut sich die Hände als Besteck eignen, ist in Ghana genau richtig. Toll fand ich auch, dass es fast überall Obst zu kaufen gab. An fast jeder Straßenecke gibt es kleine Leckereien. Auch Süßigkeiten findet genug in der Stadt. Meine anfänglichen Soregn, dass es für eine Vegetarierin schwierig sein könnte in einer fremden Kultur, sind schnell verflogen. Ich habe mit meiner Gastmutter gesprochen und sie hat stes Rücksicht darauf genommen. Meine Arbeit im Krankenhaus, war eine neue und sehr intensive Erfahrung für mich. Die Kinder, die größtenteils durch Knochenbrüche ans bett gebunden waren, hatten ein Alter von etwa 6-13 Jahren. Sinn dieses Krankenhausunterrichtes ist, den Kindern auch bei längerer Schulabwesenheit die Möglichkeit zu geben, sich weiterzubilden. Neben Mathematik, Englich und Völkerkund wurde auch viel gesungen und die Kinder hatten Zeit um Spiele zu spielen und zu malen. Ich bin unter der Woche jeden Tag ins Krankenhaus gegangen um Jungen und Mädchen je eine Stunde Französischunterricht am Tag zu geben. Die restliche Zeit habe ich damit verbracht mit den Leherinnen zu sprechen und mich auf den nächsten Unterrichtstag vorzubereiten. Da ich keine Schulbücher zur Verfügung hatte, bin ich oft nach der Schule ins Internetcafe gegangen um leichte Aufgaben und Lieder zu finden und natürlich um Kontakt zu Familie und Freunden aufrecht zu halten. Die Arbeit war für mich eine große Herausfroderung, da mir so gut wie freie Hand gelassen wurde was ich mit den Kindern mache, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht einnen sinnvollen und auch interessant spielerischen Unterrichtsplan für die Kinder zu entwerfen. Wie sich herausgestellt hat, war das Singen leichter, freundlicher Kinderlieder sowohl für die Kinder, die Lehrerinnen (die auch gerne mitgemacht haben) und für mich die größte Freude. Ich war jeden Tag aufs Neue erstaunt, wie stark und tapfer die Kinder waren. Sie haben sich immer gefreut einen zu sehen und waren trotz ihrer Behinderung mit viel Lebensfreude gesegnet worden. Für mich kann ich im Nachhinein sagen, dass ich die meissten schönsten Augenblicke auf der Krankenstation im St.Joseph hospital verbracht habe. Natürlich gab es auch Momente in denen mir die Arbeit und die Lebensumstände schwer gefallen sind und ich denke durch das ein oder andere Tief, wird jeder laufen...doch tut man das hier in Deutschland nicht auch? Meine klare Antwort darauf ist ein Ja. Neben meiner Arbeit habe ich natürlich noch weitere interessante Erfahrungen und Entdeckungen gemacht. In Koforidua selbst gibt es schon viel zu sehen. Das eindrucksvolle Treiben auf dem Markt, Frauen, die große Schalen oder Körbe mit Nahrungsmittteln bzw. Stoffen Tragen, Stoffe und Tücher in allen erdenklichen Fraben, aus denen man sich sehr günstig Hosen oder Kleider schneidern lassen kann; kleine Geschäfte, sowie Trotos und Taxis, die über die Straßen rauschen (manchmal sogar mit Ziegen auf dem Dach) und selbstverständlich Menschen, die einem zu rufen, lachen und auf ihre Waren aufmerksam machen. Selbst wenn man nur durch die Straßen schlendert und das Leben um sich herum auf sich einwirken lässt, ist man von Reizen nur so überflutet. Und wenn man doch mal etwas Ruhe und Entspannung braucht kann man diese gut tagsüber als auch abends in einer shopbar (eine oft am Straßenrand errichtete kleine bar) verbringen mit einer Cola oder einem kühlen Glas afrikanischen Bier (was übrigens mindestenes genauso gut schmeckt wie das Deutsche). Am Wochenende bin ich oft, obwohl es für mich eigentlich unerwartet war, rumgereist. Zusammen mit anderen volunteers haben wir uns auf den Weg gemacht um auch andere Seiten von Ghana kennen zu lernen. Um nicht zusehr ins Detail zu gehen, nenne ich nur einige wenige Orte, die mir sehr in Erinnerung geblieben sind. Mein erstes Ziel z.B. war Coco Bite. Ein kleines Resort am Strand von Accra, indem man Abends afrikanische Tänze, Reggaemusik und Erfrischungen genießen konnte. Geschlafen haben wir wahlweise im Zelt oder in einem kleinen Bungalow. Am Tag kann man wundervoll den atlantischen Ozean und die heiße afrikanische Sonne genießen. Ebenfalls sehr schön, ist die Voltaregion. Der beeindruckende Voltastausee, der nur so umgeben ist von Natur und Fruchtbarkeit. Die Natur in den Regionen von Ghana, die ich besucht habe, habe ich als erstaunlich schön empfunden. Viele unterschiedliche Pflanzen, von Kakaobäumen zu seltenen Blumenarten, über Palmen und Ananasplantagen. Ja, was gibt es sonst noch zu meinem Aufenthalt zu sagen... Es ist schwierig aus den ganzen Erinnerungen genau das rauszusuchen, was für andere vielleicht interessant ist. Es gab so viele prägende Momente, positive als auch negative Erfahrungen die ich gemacht habe und zu guter Letzt weiss ich nur, dass ich dieses Land, mit seinen Menschen in mein Herz geschlossen habe und ich weiss auch, dass ich irgendwann in meinem Leben zurückkehren werde... Ich bin für Fragen und Anregungen offen und wünsche allen, die sich für interact und Ghana entschieden haben eine wundervolle Zeit. Und in diesem Sinne möchte ich mich auch nocheinmal bei allen Mitwirkenden der Organisation für ihre Unterstützung bedanken. Ihr seid großartig! Gruß Uta
Christiane war von Juli 2007 bis November 2007 in einem Kindergarten in Koforidua engagiert:
Einen Bericht über mein Ghana – Abenteuer zu schreiben ist wirklich gar nicht so einfach. Ein Buch wäre vielleicht angebrachter... ich werde drüber nachdenken. Bis ich einen passenden Verlag gefunden habe, müsst ihr aber vorerst mit einer groben Zusammenfassung auskommen. Das erste Problem ist schon mal, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn anfangen soll. Wenn ich an meine 4 Monate in Ghana zurückdenke, tobt ein Sturm in meinem Kopf. Millionen Sachen fallen mir ein, die ich am liebsten alle auf einmal aufschreiben möchte. Vielleicht gehe ich einfach mal chronologisch vor: Irgendwann hatte ich mich also entschlossen: Ja, es sollte Afrika sein. Afrika ist aber groß und die Angebote der großen Organisationen noch viel zahlreicher. Dafür der Stand auf meinem Konto eher niedrig, sodass ich also nach einer Alternative suchen musste. Zu schade aber auch, dass ich mir die Hotelresidenz während meines Aufenthaltes in einem Dritte – Welt- Land aus dem Kopf schlagen musste... Der Zufall wollte es so, dass ich also auf die Seite von InterAct stieß und mir war irgendwie sofort klar: Das ist genau das, was ich suche. Das Zusammenleben mit den Afrikanern und dadurch das echte Kennenlernen der Kultur und der Sitten, keine großen Kosten für unübersichtliche „Organisationsausgaben“ und vor allem ein einfaches und unkompliziertes Anmelden mit viel Eigenverantwortung und Freiheiten. Klar, zunächst waren meine Eltern etwas skeptisch. Ist die Organisation seriös? Wieso gibt es noch keine Referenzen? Wieso sollte wer so was für so wenig Geld machen? Und überhaupt, wir wollen mehr Sicherheit. Also statteten meine Mutter und ich Familie Kwakye einen Besuch ab, bei dem uns alle Fragen zur vollsten Zufriedenheit beantwortet wurden und der meine Mutter endgültig überzeugte. Jetzt hieß es also Visum beantragen, Impfungen ertragen, Bücher lesen und Koffer packen. Mein Abenteuer konnte endlich losgehen... Als ich aus dem Flugzeug in Accra ausstieg war mir erst mal nur warm! Sobald ich in den Empfangsbereich kam, war ich innerhalb von wenigen Sekunden von Afrikanern umgeben, die mir ihr Taxi, ihr Handy oder sonst was anboten. Zum Glück war ich darauf vorbereitet und konnte mich irgendwie zu einer freien Stelle durchschlagen. Wenige Minuten später stand auch schon Alice mit einem Pappschild mit meinem Namen vor mir und ich war erst mal erleichtert. Wir hielten ein Taxi an, welches uns zu der Lodge brachte, wo ich die erste Nacht verbringen sollte. Hier konnte ich mich erst mal ausruhen, und das hatte ich auch dringend nötig. Ich kann euch sagen; trotz guter Vorbereitung hatte ich einen gehörigen Kulturschock!!! Am nächsten Morgen wurde ich dann von Richard, Alice’ Bruder abgeholt, der mit mir eine Stadtführung durch Accra machte, mich mit einer Chipkarte fürs Handy versorgte und mich dann anschließend nach Koforidua brachte, wo ich die nächsten 4 Monate also leben sollte. „Wer einmal in Koforidua war, will nie wieder nach Accra zurück“ meinte Richard und da kann ich ihm wirklich nur zustimmen. Angekommen lernte ich dann auch sofort meine tolle Gastfamilie kennen. Mein dreijähriger Gastbruder war so aufgedreht, dass er auf mir herumtobte, und erst mal checken musste, wie weit er denn bei der Weißen gehen kann. Apropro weiß: Wir „Obrunis“ sind trotz wachsendem Tourismus immer eine Attraktion. Ihr werdet euch daran gewöhnen müssen, dass euch, sobald ihr auf die Straße tretet, „Obruni, Obruni“ nachgerufen wird und euch auch eine besondere Behandlung zuteil wird. Ihr bekommt das beste Stück vom Fisch (was hier nicht den eigentlichen Fischkörper sondern den Kopf bedeutet) und bekommt auch immer die besten Plätze im Trotro;) Wieder zurück zu meinem Alltag. Den nächsten Morgen besuchte ich also zum ersten mal den King of Glory Kindergarten wo ich von allen Mitarbeitern herzlichst begrüßt wurde und wo die Kinder gar nicht mehr von mir ablassen wollten. Hat die sich Farbe auf die Haut gemacht und geht die wirklich nicht ab? Ich durfte mir eine Klasse aussuchen wo ich also von nun an unterrichten, füttern und anziehen konnte. Das Unterrichten stellte sich allerdings als eher schwierig heraus, weil die Kleinen ziemlich schnell gecheckt hatten, dass die Neue nicht schlägt (was die anderen Kindergärtnerinnen leider tun) und somit hatten sie dann auch keinen Respekt mehr vor mir, sodass ich eher die wurde, mit der man schön spielen konnte. Leider wird im Kindergarten, trotz genügend Spielmaterials, fast gar nicht gespielt, was ich auch immer sehr schade fand. Nachdem ich dies der Schulleiterin auch gesagt hatte, durfte ich also jeden Tag mit 5 der Kleinen Obibinis (Schwarzen) spielen. Denn auch beim Spielen kann man sehr viel lernen und die Kids hatten Spaß dabei. Leider viel zu spät bin ich gegen Ende meiner Zeit in die „Nursery“ gegangen, wo die ganz kleinen Babies untergebracht waren. Hier waren meine Aufgaben hauptsächlich das Füttern, Spielen, Anziehen und Wickeln. Zwischendurch habe ich Gifty, der „Lehrerin der Babies“ noch deutsch beigebracht, denn sie ist sich sicher; irgendwann kommt sie nach Deutschland. Über die Kindergartenzeit zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat mit den Kids zu spielen, sie zu füttern und sie zu knuddeln. Ich hätte alle von ihnen mitnehmen können, wobei mir einige natürlich besonders ans Herz gewachsen sind, die ich auch hier sehr vermisse. Die Lehrerinnen waren alle sehr freundlich und Misses Obeng, die Schulleiterin war für Anregungen wirklich sehr offen, sodass sie wirklich einiges änderte, nachdem ich meinen Suggestionbogen abgegeben hatte. (z.B. etwas längere Zeiten zwischen Frühstück und Mittagessen, vorher etwa 1 ½ Std., jetzt 2 ½ Std. oder mehr Spielen). Zum Abschluss bekam ich ein wirklich tolles Certificate und ein tolles traditionelles Dress. Die ersten Tage war Koforidua für mich noch sehr unübersichtlich, ich konnte mich überall verlaufen, wobei ich vielleicht erwähnen sollte, dass ich mich auch in einem 150 Seelen Dorf schon verlaufen habe. Nach einiger Zeit kannte ich mich aber in der Hauptstadt der Eastern Region aus wie in meiner Westentasche. Einfacher machen das mit Sicherheit auch die anderen Volunteers, die ihr mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit kennen lernen werdet. Es ist unglaublich, wie schnell man die Weißen in einer Menschenmenge raussieht. Und zu fast 100 % haben diese Leute einen ähnlichen Grund wie ihr. Also, keine Scheu, einfach Hallo sagen. Ein besonders guter Treffpunkt um andere Volunteers kennen zu lernen ist auch der Beadmarket, der jeden Donnerstag morgen auf dem großen Marktplatz in Koforidua stattfindet. Hier kommen nämlich Leute von allen Ecken Ghanas um sich Schmuck für wenig Geld zu kaufen. Allerdings will ich euch hier gar nicht dazu verleiten, auch nur mit anderen Europäern zusammenzuschließen. Um die Kultur und das Leben der Afrikaner wirklich kennen zu lernen, stehen natürlich auch diese an erster Stelle. Die Afrikaner sind offene, gesellige und lebensfrohe Typen, mit denen ihr ganz sicher sehr gut auskommen werdet. Ihr werdet auch gar keine andere Chance haben, denn wie schon erwähnt, ihr seid keine Minute alleine, sofort werdet ihr überall angesprochen. Auch wenn es manchmal etwas nervig sein kann, ich kann euch sagen, wieder zurück in Deutschland werdet ihr die Aufmerksamkeit dann irgendwie doch vermissen;) Kommen wir zu Ghana als Land. Ich kann nämlich echt behaupten, dass Ghana eines der schönsten Länder dieser Erde ist! Glaubt mir, ich habe schon viel gesehen und meine auch eine gewissen Geschmackssicherheit zu besitzen um darüber urteilen zu können. Wunderschöne Landschaften, tolle Natursensationen, wie die Wasserfälle, den Regenwald oder den schönen Strand, wenn er nicht gerade als Toilette benutzt wird;) Über diverse Wochenendreisen könnte ich jetzt wieder Büüücher schreiben, also halte ich mich sehr grob: Es gibt unglaublich viel zu entdecken in diesem Land. Ich gebe mal nur Stichworte: nahe liegt natürlich das Kakaoinstitut sowie die Wasserfälle, dann solltet ihr euch Aburi mit Touristenholzmarkt und botanischem Garten, die Strände von Accra, eine Fahrt auf der Dodi Princess sowie den Staudamm in Akosombo, den Nationalpark bei Cape Coast, die Sklavenburgen in Cape Coast und Elmina und und und nicht entgehen lassen. Dies war erst der Anfang und das auch nur vom Süden (weil ich dort wohnte). Der Norden bietet noch einen wohl supertollen Nationalpark (Mole, den ich mit Sicherheit auch noch irgendwann besuchen werde), andere schöne Naturreservate und viiieeeles mehr. Jeder meiner Ausflüge war ein tolles Erlebnis für sich und jeden Tag gab es Neues zu entdecken und über the „Ghanaian Way of Live“ zu staunen. Auch über die Ghanaer als Menschen muss ich unbedingt noch etwas loswerden: was mir nämlich sofort aufgefallen ist, als ich wieder in Deutschland war, ist die Freundlichkeit der Ghanaer im Vergleich zu unseren Landsleuten!!!, die Offenheit mit der sie einem begegnen und die Zufriedenheit und Sorglosigkeit mit der die Afrikaner jeden Tag starten. Eine Kleinigkeit noch, auf die ihr euch auch einstellen solltet, womit ich nämlich manchmal ein paar Schwierigkeiten hatte: Die Ghanaer haben es nicht so ganz mit der Planung und auch nicht mit der Zuverlässigkeit. Es ist an der Tagesordnung, dass die Leute 2 Std zu spät kommen oder auch einfach gar nicht erscheinen. „There’s no hurry in life“ beschreibt das Lebensgefühl der Obibinis wirklich zu gut. Ich kann euch jetzt nur noch alles Gute für euer eigenes Ghana - Abenteuer wünschen, lasst euch auf alles ein, seid offen für alles und wie euer Aufenthalt wird, liegt in euren eigenen Händen. Noch ein kleiner Hinweis: Ihr solltet euch nicht zu große Hoffnungen machen, dass ihr durch euer Engagement viel verändern könnt. Sicherlich fahren einige mit der Motivation nach Afrika, „die Not und das Elend zu mildern“. Ihr werdet sehen, dass es ganz anders ist und auch erkennen müssen, dass sich vieles nicht so einfach ändern lässt und es auch gar nicht muss. Sicherlich freuen sich die Leute über eure Hilfe und ihr werdet mit einem guten Gefühl wieder nach Hause kommen, aber erwartet nicht, die großen Helfer in der vermeintlichen Not zu werden. Meiner Meinung nach ist InterAct eine perfekte Organisation, die genau das anbietet, was ich gesucht hatte und soviel Freiheit lässt, dass der „stay abroad“ so wird, wie man ihn sich selbst macht. Mein riesiger Dank gilt Britta und Ken, sowie Alice, Richard und Mary die mir diesen Aufenthalt so möglich gemacht haben. So, das war ungefähr ein 1000stel von dem, was ich über meine Zeit in Ghana erzählen könnte. Natürlich habe ich noch hunderte von Tipps für alle Zukünftigen und stehe auch für Fragen immer zur Verfügung. Viel Spaß da unten, ich beneide euch!!! Christiane
Astrid hat sich im Sommer 2007 zwei Monate lang als Ergotherapeutin in das St. Joseph's Hospital in Koforidua eingebracht:
Ein Blick ins Internet und alles ist greifbar nahe und möglich. So ging es mir auch vor einem Jahr als ich eine sinnvolle Beschäftigung für meine neun Wochen Sommerferien suchte. Mit etwas Glück stieß ich auf die Homepage von Interact. Ghana klingt interessant, dachte ich. In Afrika war ich noch nie gewesen – also eine neue Herausforderung. Nach einigen Wochen hielt ich das Starterpaket von Interact mit der Beschreibung meines zukünftigen Einsatzortes in Händen. Ich musste mich erst orientieren. Mit Hilfe eines Atlas und des Internet fand ich Genaueres heraus. Ich sollte in Koforidua, ca. 70 km nördlich von Accra in einem orthopädischen Spital in der Physiotherapieabteilung arbeiten. Dann ging alles sehr schnell Buchung des Flugs, Visum beantragen, Reisevorbereitung und der Tag des Abflugs war da. Mit Emirate Airlines gelangte ich über den Umweg nach Dubai nach Accra. Der Kulturschock war vorprogrammiert. Die Ankunft war heiß und verwirrend. Aber alles funktionierte. Zwar langsamer als geplant aber ich kam am rechten Ort an. Diese Erfahrung begleitete mich während des ganzen Sommers. Man weiß zwar nie wie es funktioniert, aber es klappt. Jeder ist hilfsbereit und so bleibt man immer am rechten Weg und kommt ans Ziel, Umwege mit einkalkuliert. An meinem ersten Arbeitstag im orthopädischen Spital in Koforidua war außer einer Hilfskraft und dem jüngsten Mitarbeiter niemand da. Er hatte zwar keine Ahnung dass ich kommen würde und wusste auch nicht was ich tun sollte. Aber es gab genug Patienten und ich kramte in meiner Erfahrungskiste und suchte nach neurologischen Patienten da ich mit diesen mehr Erfahrung hatte als mit orthopädischen Unfallpatienten. Innerhalb der ersten Tage hatte sich alles eingespielt. Ich hatte einen treuen Kundenstock vor allem mit neurologischen Patienten und Kindern. Außerdem machte ich die Runden in den Krankensälen und mobilisierte die bettlägrigen Patienten, die noch nicht aufstehen konnten. Die Erfahrungen waren höchst interessant. Da es das beste orthopädische Spital von Ghana ist kamen Patienten aus dem ganzen Land oft auch zur Sekundärversorgung. Gleichzeitig waren im Sommer Ärzteteams aus Holland, sodass der Operationsaal nie leer stand. Arbeit gab es also genug und ich lernte eine Menge. Meine Kollegen, die Physiotherapeuten waren unterschiedlich gut ausgebildet und arbeiteten sehr effizient, da die Patienten möglichst schnell wieder rehabilitiert nach Hause entlassen werden sollten. Die Patienten musste dabei viel selbständig trainieren. Auch die Hilfsmittelversorgung klappte gut, da es eine eigene Werkstätte im Haus gab. Untergebracht war ich nicht wie sonst üblich in einer in Familie, sondern in einem Bungalow am Krankenhausgelände gemeinsam mit den anderen Ärzten. Die Unterkunft war zweckmäßig und bequem, sogar mit Terrasse und einem Mangobaum im Garten. Das Krankenhaus ist an ein Kloster angeschlossen. Die Mahlzeiten konnte ich gemeinsam mit den Klosterbrüdern und den anderen Volontären einnehmen. Anfangs musste ich mich erst an die afrikanische Aussprache des Englischen gewöhnen, aber nach einiger Zeit funktionierte es gut. Meine europäischen Kolleginnen und ich hatten das Glück in den Genuss eines Sprachunterrichts in der einheimischen Sprache Twi zu kommen. Da dies eine gesprochene Sprache ist – sie wird wenig geschrieben - war auch der Unterricht nur auf das Sprechen ausgerichtet. Grammatik war Nebensache, Hauptsache man lernte ein paar Vokabel und einige gebräuchliche Redewendungen. Ich hatte den Vorteil, dass ich jeden Tag mit einen Patienten üben konnte und wir freuten uns gemeinsam über meine kleinen Fortschritte. Ich fühlte mich nicht mehr länger nur als Obroni (weißer) sonder als einer von ihnen. Der Zeitbegriff ist ein anderer. Alles ist nur ungefähr, aber trotzdem klappt es. Die Patienten hatten keine Termine wie bei uns üblich und trotzdem kam einer nach dem andern zu einer bestimmten Zeit. Außerdem wurde die Wartezeit genutzt um sich mit Freunden zu unterhalten, Krankengeschichten auszutauschen oder über Politik zu diskutieren. In meiner Freizeit konnte ich viele Ausflüge machen. Das Reisen in den Minibussen ist sicher nicht jedermanns Sache. Oft waren sie vollgestopft, denn die Abfahrt erfolgt erst wenn alle Plätze besetzt sind. An beeindruckenden Sehenswürdigkeiten gibt es hauptsächlich Kolonialbauen und ein paar Dörfer mit besonderen bemalten Häusern. Herausragend sind die Wunder der Nationalparks, die Märkte und das Leben an sich. Die einheimischen Essen ist sicher gewöhnungsbedürftig. Es wird mit der rechten Hand ohne Besteck gegessen, höchstens ein Löffel wird zu Hilfe genommen. Die einen mögen ghanaisches Essen, die anderen nicht. Aber man muss sagen es ist immer für jeden was dabei. Jetzt nach fast einem halben Jahr Abstand muss ich sagen ich würde wieder nach Ghana fahren. Es ist ein sehr sicheres Land und die Freundlichkeit der Menschen und die Natürlichkeit ist die Reise wert. Sicher gibt es auch Negativerscheinungen. In den Touristenmetropolen wird gebettelt und die Umweltverschmutzung ist wie in fast allen afrikanischen Ländern ein großes Problem. Ghana hat mit den Folgen der Kolonialherrschaft zu kämpfen und muss sich gleichzeitig auf die Herausforderungen des 21 Jahrhunderts einstellen. Mein Aufenthalt in Koforidua half mir enorm meinen Horizont zu erweitern, menschlich, beruflich und weltpolitisch.
Monika war Mitte 2007 für zwei Monate in Jumapo um dort an einer Schule zu unterrichten:
Von Ende Juni bis Mitte August 2007 war ich für zwei Monate mit der Organisation InterAct in diesem wunderschönen Land unterwegs. Ich habe einen Freiwilligendienst an der Donewell Methodist Grundschule in Jumapo/ Koforidua geleistet, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Genauer gesagt war ich für sechs Wochen in der Grundschule tätig und bin anschließend zwei Wochen durch Ghana gereist. Meine Aufgabe an der Schule war anfangs das Unterrichten der Fächer Mathematik, Englisch und „Science“. Nach zwei Wochen allerdings war ich aus unterschiedlichen Gründen die einzig übrig gebliebene „Lehrerin“ meiner ausgesprochen netten 6. Klasse, sodass ich auch das Unterrichten des Faches „Environmental Studies“ und das Wiederholen des Lernstoffes im Fach „Religious and Moral Education“ übernehmen konnte. Da die letzte Woche meines Aufenthalts ebenfalls die letzte Grundschulwoche der Kids war, fanden in dieser Zeit die Abschlussklausuren statt, was ein Erlebnis für sich darstellte... Gewohnt habe ich bei dem Schulleiter Justice Owusu, seiner Frau Nana und ihrem einjährigen Baby. Eigentlich muss man die vielen Nachbarn, mit denen man sich den Innenhof teilte, auch zur Familie zählen. Außer mir wohnten noch zwei weitere Deutsche bei den Owusus. Wir wurden ausgesprochen freundlich aufgenommen; der Gast ist in Ghana König und einen weißen Gast bewirten oder gar beherbergen zu dürfen ist eine ganz besondere Ehre. So wurden wir die ganze Zeit ausgesprochen zuvorkommend behandelt und immer wieder aufgefordert uns wie ein Familienmitglied zu fühlen. - Teilweise war das gar nicht so einfach, denn schließlich wurden einem überall Privilegien eingeräumt... Dennoch konnten wir nach und nach durchsetzen und beweisen, dass auch Weiße Geschirr spülen, kochen und Wasser holen können. (Bei den vielen Versuchen die Kleidung per Hand zu waschen, wurden wir allerdings immer wieder freundlich belächelt, da wir mindestens doppelt so lange damit beschäftigt waren wie die Einheimischen, und unsere Hände dabei doch ein wenig mehr in Mitleidenschaft gezogen wurden... - Übung macht den Meister!) Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sah mein Tagesablauf etwa folgendermaßen aus: 6:20 aufstehen, gemeinsam mit Nana (und Justice) das Frühstück zubereiten, (die schon seit 5:00 fleißig waren,) essen und zu 8:00 Uhr in die Schule gehen, wo die Kinder schon warteten – wenn sie mich nicht sogar von zu Hause abholten. In welcher Reihenfolge ich nun die Fächer unterrichtete, konnte ich selber auswählen. (Manchmal, wenn die Kinder noch Wasser holen oder Gras schneiden mussten, fing der Unterricht allerdings erst eine Stunde später an.) Bis 13:30 Uhr war Zeit, den Kindern die Unterrichtsinhalte näherzubringen. Einige waren sehr daran interessiert ihr Wissen zu erweitern; natürlich gab es aber auch den ein oder anderen, der viel lieber schlafen oder sich unterhalten wollte – das ist doch auch bei uns in Deutschland „ganz normal“. Was allerdings immer wieder ein Problem darstellte, war die hohe Analphabetenrate in der Klasse (bzw. insgesamt in der Schule). Den Unterricht so zu gestalten, dass sowohl die interessierten und fleißigen Schüler weiter gefördert wurden und das Interesse nicht verloren, als auch die Schüler, die (in der 6. Klasse!) nicht einmal lesen oder rechnen konnten, nicht zu überfordern, war kaum möglich. Um so größer war die Freude, wenn denn mal alle Schüler begeistert beim Vokabelspiel mitmachten oder unbedingt ihre Idee oder Lösung an die Tafel schreiben wollten. Der Umgang mit den Kindern war in jedem Fall nicht nur im Unterricht eine Bereicherung; beim gemeinsamen Essen und in den Pausen hatten wir viel Spaß zusammen; es gab Fragen über Fragen zu Deutschland, Europa, meiner Familie und meinem Zuhause. Gerne erzählten sie mir von ihren Familien, ihren Lieblingsessen – natürlich weiß jeder, wie man das zubereitet! - von ghanaischen Pflanzen und natürlich ihren traditionellen Festen und Tänzen. Englische und deutsche Zungenbrecher sorgten immer für großes Gelächter und eine ausgelassene Stimmung. Nachmittags haben wir uns regelmäßig getroffen, um ein wenig Standardtanzen auszuprobieren und einzuüben – für sie natürlich ein völlig ungewohnter Tanzstil. Zum Schluss konnte eine Gruppe der Schüler beim erstmaligen „Tag der Offenen Tür“ der Schule eine kleine Tanzeinlage präsentieren – ein voller Erfolg für alle! Noch viel mehr gäbe es zu erzählen; dieser Bericht soll aber bloß einen kleinen Eindruck meiner tollen Zeit in Ghana vermitteln und vielleicht ein bisschen eure Vorfreude auf euren eigenen Besuch vergrößern.
Silvia war Anfang 2007 einen Monat lang in einem Kindergarten in Koforidua. Hier ihr Bericht:
Aus einer Laune heraus hat sich am Anfang des Jahres immer mehr herauskristallisiert, dass ich einen Auslandsaufenthalt machen möchte. Das Land Afrika hat mich schon immer interessiert und schon machte ich mich auf die Suche nach Angeboten. Ich wurde schnell fündig und stieß auf die Organisation InterAct, die mich sofort überzeugt hat. Andere Organisationen fallen durch nur durch ihre überhöhten Preise und viel Organisationsstress auf, was bei InterAct überhaupt nicht der Fall war, da man alles selbst entscheiden und planen konnte und das auch noch sehr kurzfristig, was mir sehr entgegengekommen ist. Außerdem war der Kontakt sehr gut und ich bekam auf alle meine Fragen eine Antwort. Ich entschied mich für einmonatigen Aufenthalt in Koforidua, was allerdings –das kann ich jetzt im Nachhinein sagen- viel zu kurz war, um das fremde Land und die Kultur richtig kennen zu lernen. Und ehe ich mich versah, saß ich auch schon im Flugzeug in Richtung Ghana. Ich hatte zwar den Abholservice vom Flughafen bei InterAct gebucht, aber meine größte Angst war trotzdem, dass ich aus dem Flughafen laufe und dort niemand steht. Diese Angst war allerdings völlig unbegründet, da das erste, was ich sah, eine nette junge Frau mit einem Schild in der Hand, auf dem „InterAct“ und mein Name stand, war. Mit ihr fuhr ich dann zu einer nahe gelegenen Lodge, wo ich meine erste Nacht auf dem fremden Kontinent verbrachte. Am nächsten Tag wurde ich dort wieder abgeholt, um zu meinem eigentlichen Wohnort Koforidua in der Eastern Region zu fahren – doch nicht wie am Tag davor mit dem Taxi, sondern mit den dort üblichen Trotros (Kleinbusse). Die Fahrt führte durch belebte Städte, strahlend grüne Wälder und Berge und dauerte ca. anderthalb Stunden, doch die gingen rum wie im Flug, weil ich aus dem Staunen über all das Neue gar nicht mehr herauskam. Dann endlich war es soweit: Ich traf zum ersten Mal meine Gastfamilie, die mich sofort in den Arm nahm und herzlich begrüßte. Anfangs fand ich es schwierig, das Englisch der Ghanaer zu verstehen, aber bereits nach einigen Tagen hatte ich mich eingehört und kam mit meinem Schulenglisch auch überall gut durch. Ich hatte im Haus mein eigenes Zimmer mit großem Bett, Sessel, Schrank und –das war das wichtigste- einem Ventilator, der mir so manche heiße Nacht erträglicher machte. Meine Gastmutter kochte jeden Tag sehr gut für mich und ich probierte auch wirklich alles, was die ghanaische Küche hergab und glücklicherweise schmeckte es mir auch. Dann kam der erste Tag in dem Kindergarten, in dem ich für die nächsten vier Wochen arbeiten sollte. Meine Gasteltern begleiteten mich dorthin und stellten mich der Kindergartenleitung und den Erziehern vor, die auch alle sehr nett waren. Wie der Zufall es so wollte, waren in dem Kindergarten noch zwei weitere Volunteers von einer anderen Organisation (eine aus Deutschland, eine aus den USA), die mir den Einstieg noch einfacher machten. Die Arbeitszeiten waren von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr, doch da in Ghana alle Menschen schon um 5 oder 6 Uhr auf den Beinen sind, fiel mir das frühe Aufstehen nicht sehr schwer. Die Erfahrungen, die ich in meinem Projekt gesammelt habe, waren sehr interessant, aber nicht immer schön. Leider ist es dort noch üblich, dass die Kinder geschlagen werden und wenn man aus einem Land wie Deutschland kommt, in dem das absolut untersagt ist, ist es schwer, das mit anzusehen. Leider konnte ich deshalb nicht unterrichten und wurde in der Kleinkindbetreuung eingesetzt, was jedoch nicht schlechter war. Ich betreute dort Kinder ab sechs Monaten, fütterte sie, sang ihnen Einschlaflieder und spielte mit ihnen. Zum Abschluss meiner Arbeit bekam ich von der Leiterin des Kindergartens ein maßgeschneidertes traditionelles ghanaisches Outfit geschenkt, das eine wirklich schöne Erinnerung an die Zeit ist. Da ich am Wochenende immer frei hatte, nutzte ich diese Zeit, um das Land näher kennen zu lernen. Zusammen mit der anderen Freiwilligen aus dem Kindergarten schnappten wir uns den Reiseführer und stiegen in Trotros, die uns zu wunderschönen Plätzen fuhren. Wir sahen unter anderem tolle Wasserfälle, besuchten verschiedene Nationalparks und Sklavenburgen, wanderten durch den Regenwald oder lagen einfach nur faul am Strand herum. Einmal habe ich auch einen Ausflug mit meiner Gastfamilie gemacht, der sehr schön war und uns auch näher zusammengebracht hat. Wie gesagt war der Monat viel zu schnell vorbei und ich wäre gerne noch länger geblieben, da es noch so viele Sachen gab, die ich gerne anschauen wollte. Außerdem habe ich mich mit meiner Gastfamilie so gut verstanden, dass der Abschied sehr schwer fiel. Da ich nicht allein zum Flughafen gehen wollte, hat sich die Frau, die mich auch schon vom Flughafen abgeholt hatte, bereiterklärt, mich wieder zu begleiten, was wirklich sehr nett war. Und dann saß ich auch schon wieder im Flieger Richtung Heimat. Abschließend kann ich sagen, dass ich froh bin, diesen Schritt gemacht zu haben, da ich die Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte, wirklich nicht missen möchte. Es ist sehr interessant, eine neue Kultur kennen zu lernen und in Ghana macht es doppelt so viel Spaß, da die Menschen eine ganz andere Mentalität haben, dich immer grüßen und dir immer gerne –auch unaufgefordert- weiterhelfen. Wenn es sich einrichten lässt, werde ich nach meinem Studium noch einmal nach Ghana reisen und alles nachholen, was ich noch machen wollte. Außerdem hat meine Gastfamilie mir auch versichert, dass ich jederzeit wieder willkommen wäre…